Impressionen aus Bad Rappenau
Stadtleben — Landesgartenschau 2008

Die 22. Landesgartenschau in Baden-Württemberg ist zu Ende aber Vieles bleibt

Schatten
Abendstimmung im Salinenpark
Abendstimmung im Salinenpark
Über 700.000 Besucher genossen das Bad im Blütenmeer. Bad Rappenau hat sich einer breiten Öffentlichkeit sympathisch präsentiert. Das blühende Gelände mit seinen unverwechselbaren Blumenbeeten, die zahlreichen interessanten Ausstellungsbeiträge von Ehrenamtlichen und Profis, die vielen Aktionen und Veranstaltungen werden den Gästen und auch den Bad Rappenauern in guter Erinnerung bleiben. Dabei konnte jeder das abwechslungsreiche Gelände auf seine Weise erleben und genießen. Jeder fand einen Lieblingsplatz, ob zwischen dem farbenprächtigen Wechselflor, im urigen Zeitwald mit Baumschaukeln und Wildschweingehege, am neuen Gradierwerk, im Lavendellabyrinth, in den Solegärten, im Paradiesgarten, in den Gärten im Quadrat, am Quellenhain der Partnerstädte, am Bächle durch die Innenstadt, beim Spielplatz „Treibgut“ oder am umgestalteten Kursee mit den Staudenfacetten. 164 Tage bunter Vielfalt sind vorbei und viele blicken ein wenig wehmütig auf die letzten Monate zurück. Bedeutend wichtiger aber ist, dass Bad Rappenau durch die Landesgartenschau einen enormen Sprung im Ausbau der Infrastruktur gemacht hat. Die drei Parks (Schloss-, Kur- und Salinenpark) wurden deutlich aufgewertet, erweitert und miteinander verknüpft. Damit hat Bad Rappenau künftig attraktive Naherholungsgebiete für Jung und Alt; für Einwohner, Kur- und Tagesgäste. Dabei waren die Umbaumaßnahmen zur Landesgartenschau sehr gut verknüpft mit begleitenden Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, denn auch außerhalb der Parks wurden Millionen von städtischer und privater Seite investiert (u.a. neue Südanbindung, Bahnunterführung, Stadtcarree in der Stadtmitte, Sanierung Raiffeisenstraße, Umbau und Modernisierung Sole- und Saunaparadies). Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg wurde diese Vielzahl an nachhaltigen Investitionen erst möglich. Die Landesgartenschau ist damit ein wichtiger Motor für die Stadtentwicklung, der eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für die Einwohner mit sich bringt und auch maßgeblich dazu beigetragen hat, die Nachwirkungen der Kurkrise zu meistern. In der neueren Stadtgeschichte wird es künftig sicher eine Zeit vor und eine Zeit nach der Landesgartenschau geben.

 

Solegärten im Schnee
Solegärten im Schnee
Bereits zu Beginn der Landesgartenschau hat sich gezeigt, dass die Daueranlagen durchweg positiv aufgenommen werden und ausgewogen und vorausschauend in die Stadt- und Kurortentwicklung eingebunden sind. Wichtige Beispiele hierfür sind die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes beim neuen Gradierwerk und die Berücksichtigung eines künftigen Stadtbahnhaltepunktes beim neuen Salinensteg.

Wegen der überwältigend positiven Eindrücke bei Einwohnern und Besuchern werden einige der eigentlich nur temporär geplanten floralen und baulichen Beiträge ganz oder in Teilen weiter erhalten. In Bad Rappenau hat man, durch die Landesgartenschau, den Wert attraktiver Parks erkannt und wird dies künftig verstärkt im Bereich der Kur und des Tagestourismus herausstellen. Am Ende der jahrelangen Planungen und Umsetzungen sind sich alle Verantwortlichen einig, dass die Landesgartenschau einen enormen Schub für Bad Rappenau gebracht hat und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Einwohner, der Kurbetrieb und das örtliche Gewerbe werden noch über Jahre von der Landesgartenschau profitieren.

Was bleibt nach der Landesgartenschau erhalten?

Zusammengefasst die wichtigsten Teile der Daueranlagen in Stichworten:

  • Der Schlosspark:
    Ziel war es den Park, unter Einbeziehung von Wasserschloss und altem Baumbestand, aufzuwerten.
    • - geographisches Arboretum (ausführliche Broschüre im Bürgerbüro erhältlich)
    • - Sammlung von Strauchpfingstrosen, die Farbe in den Park bringen
    • - Einfassung durch Hecken, um den Park in sich zu schließen
    • - Pavillon
  • Die Grünspange:
    Ziel war eine attraktive Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Kur- und Schlosspark zu schaffen, weitgehend unbehelligt vom Kfz-Verkehr
    • - der Quellenhain der Partnerstädte als Auftakt im Schlosspark
    • - der attraktive Weg mit rotem Pflaster durch die Innenstadt mit
        begleitendem Bächle und Sitzmöglichkeiten
    • - Aufweitung und Einbeziehung angrenzender Grünflächen wo möglich
    • - Wasserbecken am Spielplatz in der Innenstadt
    • - Rotes Wassertor im Kursee als Ziel der Sichtachse
  • Die Bahnunterführung beim Kurpark:
    Ziel war die Beseitigung eines städtebaulichen Angstraumes.
    • - die enge, dunkle Unterführung (1,40 x 1,90 m) wurde durch eine Licht durchflutete,
        neue Unterführung (4,00 x 2,50 m) ersetzt.
    • - die optisch trennende Wirkung der Bahnlinie wurde aufgehoben
    • - Fußgänger und Radfahrer können problemlos die Bahnlinie unterqueren
  • Der Kurpark:
    Wichtiges Ziel war, den Kursee erlebbar zu machen und aus dem klassischen Kurpark einen Familienpark zu machen.
    • - neugestalteter und erweiterter Kursee mit Uferpromenade und Insel
    • - Frischwasser durch das Bächle zur Verbesserung der Wasserqualität
    • - drei Schwimminseln zur Verbesserung der Wasserqualität
    • - Holzdeck auf dem Wasser
    • - Verlegung des Mühlbacheinlaufs
    • - rotes Wassertor
    • - Wasserfontänen beim Biergarten
    • - Staudenfacetten
    • - zahlreiche Sitzmöglichkeiten z.T. am Wasser
    • - Spielpunkte und –plätze im gesamten Park u.a. Spielplatz „Treibgut“
    • - Entnahme von Gehölzen am Mühlbach, um Sichtbeziehungen
        und eine Großräumigkeit zu schaffen
    • - Renaturierung des Mühlbachs durch die Stadt
  • Der Salinensteg:
    Ziel war es eine neue Wegeverbindung zu schaffen zwischen den Parks, für Kurgäste, Spaziergänger und Einwohner in den nordöstlichen Wohnquartieren Rappenaus
    • - gläserner Aufzug und gegenläufige Wendeltreppen („Doppelhelix“)
    • - für 2012 geplanter Stadtbahnhaltepunkt bereits berücksichtigt
    • - Aussichtspunkt in 14,5 Metern Höhe mit ansprechender Architektur
  • Der Salinenpark:
    Ziel war die Weiterentwicklung und Erweiterung des Salinenparks, der in einfacher Form nach Schließung der Saline 1973 entstand.
    • - Solegärten mit gestalteten Quadraten, die alle Sinne ansprechen („Gesundheit“)
    • - Rosengärten vor den historischen, westlichen Salinengebäuden;
        Weiterführung mit Strauchrosen zum Salinensteg und zum Gradierwerk
    • - Hecke vor Saline 1 – 4 durch blühende Staudenpflanzungen ersetzt
    • - Lavendellabyrinth in Form eines baltischen Rades
    • - Gradierwerk, als touristisches Alleinstellungsmerkmal
    • - zahlreiche Sitz- und Ruhemöglichkeiten, u.a. Aussichtspunkt
        oberhalb Lavendellabyrinth
    • - Parallelweg zwischen Monopteros und Springbrunnen als Erinnerung an den Standort
        eines ehemaliges Sudhauses
    • - Erweiterung / Verbesserung der Wegeerschließung
    • - Bienenbäume, als Teil des Ausstellungsbeitrages der Imker
  • Zusätzliche Daueranlagen:
    Neben den ursprünglich geplanten Daueranlagen soll, nach Abstimmung mit der Stadt, ein Teil der temporären Anlagen erhalten bleiben:
    • - Ausstellung „Salz & Sole“ im historischen Bohrhaus
    • - Veranstaltungsflächen Hauptbühne und Treffpunkt Grün als Schotterrasen
    • - Gärten im Quadrat (Mustergärten) in reduzierter Form
    • - Teilweise die Wechselflorbeete (Quadrate in der Grünspange, Blattbeete im Kurpark,
        Blumenbild Feuer und Salz)
    • - Zeitwald mit Waldwirtschaft in Teilen
    • - Trockenmauern der Naturschutzverbände