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1909 wurde am Eingang der Saline unmittelbar vor dem Solereservoir eine Arbeiterkantine mit Speisesaal, Küche, Keller und Vorratsraum errichtet. Vom Haupteingang der Saline sah man geradeaus auf den Giebel des Feierabendheims mit dem Sandsteinbrunnen und der Ehrentafel der Gefallenen (Brunnen und Tafel befinden sich heute am Bohrhäuschen neben dem Tretrad). 

Zuerst als Kantinengebäude gedacht, wurde es später zum Feierabendheim umfunktioniert. Es war in den großen Komplex des Solereservoirs eingebunden, links und rechts befand sich jeweils ein Eingang. Auf einem langen Flur waren Schränke eingebaut, sie dienten dem Kleiderwechsel der Arbeiter, hier waren die ersten Stechuhren der Saline angebracht. Später standen diese gleich neben dem Eingang zum A-Bau bei der Stromzapfstelle für den „Hoannessel“. Der letzte Stechuhrenplatz war dann im B-Bau.

Von den Vorräumen kam man in den großen Saal und weiter Richtung Solereservoir zu einer Bühnennische, genutzt wurde sie für Vorträge oder Aufführungen kleinerer Theaterstücke in den Jahren 1933 – 1945 von verschiedenen Verbänden der damaligen NSDAP, darunter auch HJ, BDM, SA usw. Über der Bühne hing der Reichsadler mit Hakenkreuz, er war mit Silberbronze bemalt. Im Lager hinter der Bühne waren die Bauteile der Theaterbühne des Kurhotels, mit Unterbau, Gebälk, Bodenplatten, Wechselkulissen (Waldmotiv oder Wohnraum), großem Vorhang usw. untergebracht. Bei Bedarf holte man die Bühnenteile vom Feierabendheim und baute diese im Kurhotel für Vereine oder sonstige Veranstaltungen auf. Nach dem Fertigstellen der Sonnen-Salzanlage wurde das Gebäude zur Lagerung des gewonnenen Salzes, sowie für die Verpackung des „DÜRASOL“ umfunktioniert. Das abgestreifte Salz kam auf ein Förderband, das die Salzkristalle über eine Dachöffnung des Heims abwarf. Auf dem Gebäudedach war ein sechseckiges Türmchen aufgesetzt, dass allseits verglast war. Auf dem Dachboden war auch die Feuersirene eingebaut.

Bei Errichtung des Feierabendheims fand zum Teil Baumaterial aus einem Solereservoir Verwendung, das 1890 als langgestreckter, aus zwei rechteckigen Kästen bestehender Forlenholzbau mit schiefergedecktem Satteldach und einem Fassungsvermögen von 126 m³ errichtet und 1909 abgerissen worden war, nachdem das Hochreservoir am Einsiedelwald errichtet worden war. Vor seinem Abriss diente es noch kurze Zeit Versuchszwecken (zum Entgipsen der Sole). Der Bau ruhte auf einem 3 m hohen Sockel und versorgte die höherliegende Feinsalzpfanne mit Sole.

Das Feierabendheim befand sich genau an der Stelle, wo heute der Monopteros steht.

Aus: 

  • Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte
  • Beitrag im Heimatboten Nr. 28 von Herbert Freudenberger, bearbeitet von Almut Friedrich

 

 
 
 
 
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