• Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

Am 8. November 1821 erteilte die badische Regierung dem 1760 in Dürkheim geborenen Salineninspektor Georg Christian Heinrich Rosentritt die Bohrerlaubnis auf Rappenauer Gemarkung. Mit Rosentritt kam ein Mann nach Rappenau, der neben gediegenen Fachkenntnissen hervorragende praktische Erfahrungen besaß. Er war der Sohn des kurpfälzischen Salineninspektors Berthold Christian Rosentritt und war längere Zeit auf der Dürkheimer Gradiersaline tätig gewesen. Die erhaltene „Konzession zu Bohrversuchen auf Salz in der Gemarkung Rappenau“ bot dem Salineninspektor nun die Möglichkeit, seine hervorragenden Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Am 07. Januar 1822 finden wir Rosentritt in Rappenau, wo er zusammen mit Rentamtmann Wolf und Gutspächter Philipp Schmutz von der Gemmingenschen Grundherrschaft das für die Niederbringung der Versuchsbohrung benötigte Grundstück abmaß und den genauen Bohrpunkt festlegte. 

Für die Versuchsbohrung wählte Rosentritt die flache, nach Osten zum Neckar hin entwässernde Talmulde, die im Süden vom Einsiedelwald und im Norden vom leicht ansteigenden Schwärzberg begrenzt wird. Ausschlaggebend für die Standortwahl war wohl die Nähe zu den erfolgreichen hessischen und württembergischen Bohrungen, um möglicherweise noch Anschluss an das Wimpfener Salzlager zu erreichen. Auch hoffte er, hier im östlichen Zipfel der Rappenauer Gemarkung, ganz nahe an der hessischen Grenze, das Salzlager unter hinreichend starker Überdeckung, u.a. auch durch abdichtende Tone des Keupers, noch einigermaßen unversehrt anzutreffen.

Das Bohrjournal Rosentritts ist verlorengegangen. Trotzdem wissen wir aus späteren Berichten des Inspektors ziemlich gut Bescheid über den Verlauf der Fundbohrung. 

Mit den Vorarbeiten zum Versuchsbohrloch wurde am 23. Februar 1822 begonnen. Zunächst musste ein 38,5 Pariser Fuß (= 12,40 m) tiefer Schacht ausgehoben und verschalt werden. Hier stellten sich auch schon die ersten Schwierigkeiten ein. Der Wasserzutritt war unterwartet hoch, und nur unter größter Anstrengung der gesamten Bohrmannschaft konnte der Schacht trockengelegt und die Bohrröhre eingemauert werden. Die Bohrröhre diente dem Zweck, das Bohrloch gegen Nachfall zu schützen, gleichzeitig wirkte sie als Führungsbahn für das mit dem Bohrschwengel hochzuhebende und niederfallende Bohrgerät. Sie erhöhte somit die Richtungsgenauigkeit.

Nach Beendigung dieser Arbeit stieg das Grundwasser im Schacht bis auf 5 Pariser Fuß (= 1,62 m). In einer Tiefe von 107 Pariser Fuß (= 34,75 m) wurde eine „offene leere Kluft“ angebohrt, wodurch das im Schacht angesammelte Wasser durch das Bohrloch hinunterstürzte und sich in der Kluft verlor. Nachdem bei 351 Pariser Fuß (= 114,0 m) die ersten Gipslagen erreicht waren, stieß der Meißel in 392 Pariser Fuß (= 127,33 m) Tiefe auf „von unten stark auftreibendes Wasser“, so dass der Bohrschmand (= sich im Bohrloch tiefst sammelnder Schlamm oder Bohrklein) „schwärmend“ wurde, „der Meißel blanck blieb“ und mit dem Schmandlöffel nicht hochgehoben werden konnte. 

Doch ungeachtet dessen fuhr man mit den Bohrungen fort…

Aus: Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte (Auszüge).

Salzsack historisch klein

Bild: Historischer Salzsack

 

 

 
 
 
 
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