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Am 24. November 1865 beantragte die Salinenverwaltung bei der Großherzoglichen Steuerdirektion die Summe von 425 Gulden, um auf der Saline eine Freiwillige Feuerwehr einzurichten. Der Antrag wurde damit begründet, dass die vorhandenen Löscheinrichtungen mangelhaft seien und für den Fall „eines ausbrechenden Brandes ihrem Zwecke nur unvollkommen genügen können“. In derselben Eingabe wurde ferner darauf hingewiesen, die Gemeinde wolle sich bei der Ausrüstung und Ausstattung der Feuerwehr mit 200 Gulden beteiligen.

Die neue Feuerwehr, die aus 36 bis 40 Feuerwehrmännern bestehen sollte, war als gemeinsame Einrichtung für die Saline und den Ort gedacht, deren Interessen hier zusammentrafen.

Das Feuerlöschwesen auf der Saline und in der Gemeinde kann auf eine noch längere Geschichte zurückblicken. So ist bekannt, dass die Saline bereits 1824 anstelle der bescheidenen Handspritzen über eine fahrbare mechanische Feuerspritze verfügte, die der geschickte Salinenmechanikus Ott angefertigt hatte. Sie stand im sogenannten Spritzenhaus neben dem Salinenwirtshaus. 1865 befanden sich auf der Saline bereits 2 gute Spritzen samt Zubehör. Mechanikus Ott hatte in der salineeigenen Werkstatt auch für auswärtige Abnehmer Löschgeräte hergestellt, wie z.B. für das Großherzogliche Badische Kriegsministerium, dem 1827 zwei fahrbare Feuerspritzen geliefert wurden.

Auch für die Gemeinde gab es schon 1804 eine mechanische Feuerspritze, die in der Remise beim alten Schulhaus untergebracht war. Für das Jahr 1834 sind sogar zwei fahrbare Feuerspritzen, eine für die Saline und eine für die Gemeinde, belegt.

Weitere Anhaltspunkte zum damaligen Löschwesen gehen auf das Jahr 1846 zurück. Damals erhielt die Salinenverwaltung die Erlaubnis, der Gemeinde Rappenau etwa 100 Fuß alter „Feuerlöschspritzenschläuche“ abzugeben, und es ist nicht ausgeschlossen, dass es zu dem Zeitpunkt bereits eine freiwillige Löschmannschaft gab.

Als Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rappenau gilt trotzdem das Jahr 1864, weil erst von da an eine wirklich geordnete Wehr bestand, die regelmäßige Ausbildungen durchführte und selbständig organisiert war.

Die Gründung einer geordneten Feuerwehr stand offensichtlich im Zusammenhang mit den gewachsenen Aufgaben und den größeren Anforderungen, die die Einführung einer Reihe von technischen Neuerungen auf dem Gebiet der Brandbekämpfung mit sich gebracht hatte. So ergab sich mit der Anschaffung von fahrbaren mechanischen Feuerspritzen zwangsweise eine straffere Organisation nach militärischem Vorbild – mit Uniformen und eingeübter Disziplin – unter der Führung eines Kommandanten, was die Schlagkraft und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr wesentlich erhöhte.

Sowohl von der Steuerdirektion als auch vom Finanzministerium wurde die neu zu schaffende Einrichtung für die Saline und die Gemeinde gut geheißen und die beantragte Summe am 30.12.1865 bewilligt. Dabei wurde darauf hingewiesen, „jeder Teil“ solle für die „Equipierung seiner Leute sorgen und das Eigentumsrecht und Verfügungsrecht auf die von ihm angeschafften oder gestellten Geräte sich vorbehalten“. 

Zu den Erstanschaffungen der neu gegründeten Wehr gehörten, wie aus einem Bericht der Salinenverwaltung am 03. August 1866 an die Steuerdirektion hervorgeht, ein Steiggerüst für 448 Gulden und 45 Kreuzer sowie ein Rettungsschlauch für 20 Gulden.

Kurz darauf wurde eine „Feuerlösch-Ordnung für die Freiwillige Feuerwehr der Saline und des Orts Rappenau“ aufgestellt. Darin wurden Zweck, Organisationsstruktur, Mitgliedschaft, Ausrüstung, Bekleidung sowie das Verhalten der Mannschaft bei Brandfällen festgelegt.

Die Feuerwehr war nach militärischem Vorbild organisiert und bestand aus einer uniformierten Kompanie mit drei Rotten.

1. Rotte: Steiger, Schlauchführer und Rettungsmannschaft

2. Rotte: Buttenleute und Wasserträger

3. Rotte: Pumper

Dazu kamen noch die erforderlichen Signalbläser, Tamburen und ein Wundarzneidiener. Wenn auch für die Leitung der Löschmaßnahmen der Bezirksbeamte oder der Bürgermeister bzw. der Salinenverwaltungsvorstand verantwortlich waren, so stand die Feuerwehr unter dem Kommando eines Hauptmanns, jede Rotte unter dem eines Obmanns oder seines Stellvertreters.

Die Bekleidung der Feuerwehrleute bestand aus einer Jacke und Hose aus ungebleichter Leinwand, aus einem Gurt, an dem Rettungsleinen und ein Beil angebracht waren, sowie aus einem Messinghelm.

Die Anfangsstärke der Wehr betrug 26 Mann. Ihr erster Kommandant war Salinenverwalter Ludwig von Chrismar, der dieses Amt bis 1897 versah. Sein erster Adjutant war Johann Friedrich Dörr.

Es fehlte nicht an Großeinsätzen, insbesondere auf der Saline mit ihren stark feuergefährdeten Holzbauten.

Mehr dazu in: Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte

 
 
 
 
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