• Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

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Bereits 1863 trug man sich mit dem Gedanken, die Rappenauer Saline an das im Entstehen begriffene badische Bahnnetz anzuschließen. 

Nach den 1862 von der Salinenverwaltung vorgenommenen Berechnungen belief sich der zu erwartende Gütertransport auf ca. 900.000 Zentner. 1868 wurden schließlich die Orte Meckesheim, Sinsheim und Rappenau durch eine Eisenbahnlinie miteinander verbunden. Die Saline erhielt bereits im selben Jahr ihren Gleisanschluss vom Rappenauer Bahnhof aus. 

Die Trasse mit einer Gesamtlänge von 1,19 km führte südlich vom heutigen Solefreibad entlang und mündete zwischen Offiziantenhaus 2 und Säckemagazin in den nördlichen Salinenhof.

Da die Siedehäuser mit ihren Salzmagazinen sowohl auf dem Nord- als auch auf dem Südflügel des geräumigen Salinenhofs lagen, erhielten beide Flügel jeweils 3 Abstell- und Rangiergleise. Die Verbindung zwischen beiden Hofflächen wurde durch zwei Drehscheiben und ein in einem Einschnitt verlegtes Quergleis (vor dem Salinenamtsgebäude) hergestellt. Anfangs wurde das Rangieren von einem Pferde-, während des Ersten Weltkrieges von einem Ochsengespann besorgt. 1926 trat dann an ihre Stelle ein Elektrokarren (von den Arbeitern „Hornesel“ genannt), der bis zur Stilllegung der Saline im Jahre 1973 in Betrieb stand. Etwa die Hälfte der für Salzversand und Kohlenempfang bestimmten Eisenbahnwagen wurden auch über die Drehscheiben und das Quergleis bewegt, was sich allerdings nachteilig auf die Transportkosten auswirkte. Dies war übrigens einer der Hauptgründe, der nach dem Ersten Weltkrieg zur Verlegung des gesamten Salinenbetriebs nach dem Nordflügel des Salinenhofs führte. Eine dritte Drehscheibe musste schließlich 1927 in Zusammenhang mit der Inbetriebnahme von Siedehaus A erstellt werden, um die Kohlentransporte zu den Bunkern dieses Siedehauses leiten zu können.

Trotz allem überwogen die Vorteile in beträchtlichem Maße. Mit der Eisenbahn verfügte die Saline über einen leistungsfähigen und billigen Verkehrsträger für ihre Massengüter, der die Pferdefuhrwerke ziemlich rasch verdrängte. Auch der Wasserweg auf dem Neckar verlor für die Saline seine bisherige Bedeutung. Nicht zuletzt kam die Eisenbahn auch allen Anrainergemeinden zu Gute. Das galt für den Transport landwirtschaftlicher Produkte ebenso wie für den Personenverkehr. Insbesondere der Weg zur Amtsstadt Sinsheim wurde zeitlich verkürzt. Auch die alte Salzstraße verlor mit dem Bahnbau ihre ursprüngliche Bedeutung. Die Schiffsanlagestelle mit der Kaimauer im Gewann „Unter dem Hochberg“ bei Heinsheim war nun funktionslos geworden und wurde schließlich aufgegeben. 

Aus: Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte

 

 
 
 
 
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