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Bereits in den ersten Jahren nach der erfolgreichen Fundbohrung Rosentritts und der Aufnahme des Siedebetriebs wurden Wohnungen für Offizianten und Arbeiter errichtet, so dass auf der Saline in kurzer Zeit eine ansehnliche Werkansiedlung entstand. Die Zahl der Salinenbewohner wuchs bis 1829 auf 123 Personen an, von denen 22 schulpflichtige Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren waren. Anfangs besuchten die Kinder der Saline die evangelische Volksschule in Rappenau.

Aus einer Eingabe an die General-Salinen-Kommission in Karlsruhe vom 30. März 1825 geht jedoch hervor, dass sich die Beamten und sonstigen Angestellten der Saline schon „seit Entstehung des hiesigen Werks“ mehrfach darum bemüht hatten, „einen eigenen brauchbaren Lehrer auf der hiesigen Saline zu erhalten“, der „auf Staats-Kosten angestellt werden soll“. In der Begründung wird auf den „langen Weg bis zur entlegenen Rappenauer Schule“, die dort bestehende Raumnot als Folge der steigenden Schülerzahlen, das hohe Alter des dortigen Lehrers sowie dessen mangelhafte berufliche Qualifikation hingewiesen. Sie forderten einen „brauchbaren und geschulten jungen Mann, der etwas mehr als bloß das Schreiben, Rechnen und Beten Lehren darf“ – wie es zu jener Zeit an den Dorfschulen üblich war.

Der Forderung der Salinenbewohner wurde jedoch nicht nachgegeben. Am 6. April 1825 antwortete die Behörde, „daß man sich auf die Genehmigung ihres Anspruchs nicht einlassen könne“, ohne dabei die Abweisung näher zu begründen. Infolgedessen sah man sich gezwungen, noch im selben Jahr einen Privatlehrer zu verpflichten. Es war dies Franz Kircher, Absolvent des Lehrerseminars zu Karlsruhe, der durch das Ministerium des Innern, evangelische Kirchensektion, bestätigt wurde. Kircher war an der Salinenschule von 1825 – 1830 und von 1832 – 1837 tätig. Das Bezirksamt Neckarbischofsheim bescheinigte ihm 1828 „gründliche Kenntnisse im Schulfache, regen Eifer im Unterricht und eine gute Sitte“. Auch die Beamten und Offizianten der Saline charakterisierten Kircher in einer Eingabe als einen „fleißigen und tüchtigen Lehrer“ mit „sittlich gutem Betragen und im Schulfach bewiesenen Eifer“. Bezahlt wurde der Lehrer aus einem Solidaritätsfonds. Dieser betrug beispielsweise im Jahr 1834 236 Gulden.

1834 besuchten 25 Kinder die Salinenschule, für die von ihren Eltern durchschnittlich ein Betrag von 6 Gulden gezahlt wurde. Dieser lag um mehr als das Siebenfache höher als das Schulgeld von 48 Kreuzern, das im gleichen Jahr in Rappenau je Schulkind erhoben wurde. Die Haltung eines Privatlehrers bedeutete eine große finanzielle Belastung, insbesondere für die Eltern mit vielen Kindern und geringem Einkommen. Dies war auch der Grund dafür, dass 1837 die Salinenschule ihre Tätigkeit einstellte und ab diesem Jahr die Kinder der Saline hauptsächlich in Rappenau zur Schule gingen. Dazu mag auch der Umstand beigetragen haben, dass sich in Rappenau inzwischen die allgemeinen Schulverhältnisse wesentlich verbessert hatten. 1837 war nämlich der 80jährige Schulmeister Schellenbauer in den Ruhestand getreten. In diesem Jahr übernahm dann mit 23 Jahren der Rappenauer Schuhmachersohn Christoph Metzger, der vorher auch die Treschklinger Schule unterrichtet hatte, hier das Schulamt, das er bis zu seiner Pensionierung 1883 versah. Er wird als „ein Mann von großer Begabung und vielen Kenntnissen“ dargestellt, auf den auch die Gründung des Männergesangvereins Frohsinn 1839 zurückgeht. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Schellenbauer, der keine fachliche Ausbildung besaß, war Metzger Absolvent des Lehrerseminars und hatte seine Befähigung vor einer landesherrlichen Prüfungskommission nachweisen müssen. Seine Tätigkeit bedeutete einen qualitativen Sprung für die Rappenauer Schule.

Mehr dazu in: Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte

 
 
 
 
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