• Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

Beitragsbild

Von Erich Schuh

In einer dritten Geschichte wird über die Bahnlinie der Saline berichtet.

Für die Rappenauer war ja die Saline allgegenwärtig. Sie beherrschte das Bild von Rappenau weithin. Auch der große Bahndamm trug dazu bei. Vom Bahnhof musste in kürzester Entfernung die Anhöhe des Schwärzberges von einer Dampflok bewältigt werden. Der Bahnhof in Rappenau hatte ja etliche Gleise und Weichen, weil dort der gesamte Güterverkehr des Ortes abgewickelt werden musste. Das Kornhaus hatte einen eigenen Anschluss. Von der Güterhallenstraße aus wurden die Zuckerrüben an einer Verladestation auf die Bahnwaggons verladen. Davor befand sich die Güterhalle mit einer großen Rampe. Hier kam das sog. Rollgut an und wurde von dort verteilt. Die Firma Botsch hat von hier aus ihre Häcksler und Sämaschinen verladen. Das Hofgut im Zimmerhof hat hier auch größere Mengen Stroh verladen. Im Anschluss daran befand sich in späterer Zeit ein Schwerlastgleis, das heute noch auf dem Parkplatz Raiffeisenstraße sichtbar ist. Hier konnte man Stücklasten bis zu 200 Tonnen be- und entladen. Dies waren beispielsweise Transformatoren und Stromumsetzer für das Kernkraftwerk Obrigheim oder das Umspannwerk in Hüffenhardt. 

Schauen wir jetzt an den Gleisen entlang in Richtung Wimpfen, so hatte der Bahnübergang Kirchenstraße drei Ausfahrgleise. Zwischen den drei Gleisen befand sich das kleine Schrankenwärterhäuschen. Davor die Handkurbeln für die großen Bahnschranken.  Das rechte Gleis führte direkt zur Saline über den großen Bahndamm. Kurz nach dem Bahnübergang begann die Steigung. Zweimal in der Woche musste eine Dampflok Kohlewaggons hochfahren und mit Salz beladene Waggons mit nach unten nehmen. Die Rappenauer wussten schon die Zeiten, wann die Dampflock wieder nach oben in die Saline keuchte. Es war eben immer ein Spektakel. Oben in der Saline angekommen mussten die einzelnen Waggons wieder an Ort und Stelle gebracht werden. Dazu waren zwei Drehscheiben und etliche Rangiergleise mit Weichen erforderlich. Da das Salinengelände ein leichtes Gefälle hatte, mussten alle Waggons gesichert werden gegen das Abrollen. 

Doch eines Tages geschah es. Ein Waggon auf einem Abstellgleis machte sich selbständig und rollte langsam und unaufhaltsam in Richtung Bahnhof. Der Schrankenwärter hatte keine Möglichkeit, die Schranken zu schließen. So raste der Eisenbahnwaggon direkt in Richtung Laderampe am Kornhaus. Dort standen zwei vollbeladene Waggons mit Saatkartoffeln. Durch den starken Aufprall wurden diese zwangsentladen und alle drei Waggons schoben den dahinterliegenden Prellbock trotz einer gewaltigen Erdanschüttung aus der Verankerung. Menschen kamen nicht zu Schaden. Auch am Bahnübergang gab es keine Probleme. War doch in diesen Jahren der Autoverkehr noch recht selten.

 

 
 
 
 
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