• Salinenpark

    Salinenpark Frühling Krokus

  • Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

  • Salinenpark

    Salinenpark Frühling Tulpen

Die Saline in Bad Rappenau ist nach ihrer Stillegung in den 1970er Jahren nicht spurlos verschwunden. Viele Reste davon sind, vor allem im Salinenpark, erhalten geblieben. Aber auch neuere Dinge erinnern an die vergangenen Zeiten und daran, wie wichtig das Thema Sole heute nach wie vor für unsere Kur- und Bäderstadt ist. 

Hier stellen wir nach und nach einige dieser Sehenswürdigkeiten vor:

Das Bad Rappenauer Gradierwerk - gesunde salzhaltige Luft atmen

Das Gradierwerk im Salinenpark ist eine Besonderheit: Rund 30 Meter lang und knapp acht Meter hoch ist die Anlage, in der die Besucher gesunde salzhaltige Luft atmen können. Das Inhalatorium auf dem Gelände der ehemaligen der Landesgartenschau ist zwar eher klein, verglichen mit anderen Gradierwerken. Der Effekt ist jedoch der gleiche. Wir atmen hier sozusagen gesunde Meeresluft und tun damit unserer Gesundheit etwas Gutes. Vor allem Allergiker und Asthmapatienten profitieren von der Heilwirkung für die Atemwege. Vom Aussehen erinnert das Gradierwerk an ein überdimensionales Holzregal, in dessen Innern Reisig geschichtet ist. Insgesamt rund 5500 Büschel Schlehenreisig waren für die so genannte Bedornung (Beschichtung) der Anlage nötig. Darüber rieselt Sole. Die reichert die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Salz an. Was nicht verdunstet, wird in einer Auffangwanne gesammelt und mit einer Pumpe wieder nach oben befördert. Um dann erneut übers Reisig zu rieseln. Die Schlehenbüschel müssen etwa alle 15 Jahre (bei starker Sole) bis 25 Jahre erneuert werden. Ganz neu ist die Idee eines Gradierwerks in der Bäderstadt allerdings nicht. Bereits ab dem Jahr 1912 betrieb die Vulpius Klinik ein Freiluft-Inhalatorium. Das einzige damals im gesamten Großherzogtum Baden. Das Gradierwerk im Salinenpark ist ganzjährig in Betrieb und ohne Eintritt über die Weinbrennerstraße frei zugänglich. 

Für Interessierte finden regelmäßig öffentliche Salz & Sole-Führungen statt. Termine dafür gibt es unter https://www.badrappenau-tourismus.de/entdecken-erleben/fuehrungen/salz-sole-fuehrung.html

Gradierwerk


Das Ehrenmal am Bohrhaus

Haben Sie schon einmal den kleinen Brunnen an dem neben dem Tretrad idyllisch gelegenen Borhhäuschen in der Talmulde am Einsiedelwald entdeckt und genauer betrachtet? Es handelt sich um ein Ehrenmal und würdigt die Salinenarbeiter, die Opfer der beiden Weltkriege wurden. Es schmückt die Westseite des Bohrhäuschens.

Ursprünglich befand sich das Ehrenmal im damaligen Salinenhof, am Eingang des Kantinengebäudes. An seinen jetzigen Standort wurde es 1974/1975 umgesiedelt, als in dem Bohrhäuschen die Druckerhöhungsanlage untergebracht wurde, diese ersetzt den 1909 auf einer Anhöhe am Westrand des Einsiedelwaldes erbauten und 1975 abgerissenen, etwa 2.000 m³ fassenden Hochbehälter und sorgt dafür, dass die Sole in die Kurkliniken und die Bäder befördert wird.

Brunnen am Bohrhaus


Das „Kurcafé“ – ehemalige Trafostation der Rappenauer Saline

Im Salinengarten idyllisch gelegen befindet sich ein historisches Gebäude der Stadt, das heute das Kurcafé beherbergt. Dieses Gebäude wurde 1925 gebaut und diente bis 1973 als Trafostation. Es erinnert an den Anschluss der Rappenauer Saline an das öffentliche Stromnetz im Jahre 1926 und gilt als das schönste Gebäude der ehemaligen Saline. 

Pläne zur Modernisierung der Rappenauer Saline, die der technische Fortschritt überholt hatte, lagen schon vor dem ersten Weltkrieg vor. Mit der Ausarbeitung des Bauprojekts und der Leitung der Arbeiten wurde die Bezirksbauinspektion Heidelberg schon 1912 beauftragt. Diese schickte Bauführer May für 9 Monate auf die Saline, um Detailpläne auszuarbeiten. Entsprechend dem Projekt gliederten sich die Neubauten unauffällig in die bestehende Anlage ein, deren ursprünglicher, einheitlicher Charakter beibehalten werden sollte. In diesem Zusammenhang forderte das Finanzministerium „das Neue in ästhetischer Beziehung so befriedigend wie nur möglich zu gestalten und in den gegebenen Rahmen einzufügen“. Leider konnte dieses Projekt wegen Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 nicht ausgeführt werden, erst 1925 konnten die Pläne zur Modernisierung der Rappenauer Saline unter Salinendirektor Falk wieder aufgenommen werden.

Durch den Anschluss an das Badenwerk im Jahr 1926 erfolgte die endgültige Umstellung des gesamten Salinenbetriebs von der Dampfkraft auf die Stromkraft.  Das alte Maschinenhaus wurde dadurch entbehrlich und schließlich abgerissen. Die letzten noch in Betrieb stehenden Treträder konnten endgültig stillgelegt werden.  Eines dieser technischen Denkmäler, das auf die Gründerzeit der Saline zurückgeht, ist glücklicherweise bis heute erhalten geblieben. 

Dem Anschluss an das Badenwerk vorausgegangen war die Errichtung der Trafostation in der westlichen Hälfte des Salinenhofs, unmittelbar neben dem Kantinengebäude.

1981 ist das ehemalige Trafo-Häuschen zum Kur-Café umgebaut worden und stellt heute eine Zierde des Salinengartens dar.

Was verleiht eigentlich dem Kurcafé seinen besonderen Reiz? Es ist vor allem die Proportion seiner Flächen, da ja angebrachte Zierformen fast gänzlich fehlen. Der eingeschossige Bau mit quadratischem Grundriss trägt als Dach einen regelmäßigen Pyramidenstumpf, auf dessen Deckfläche wiederum ein Türmchen mit quadratischer Grundfläche und regelmäßigem Pyramidendach steht. Aufgrund des quadratischen Grundrisses sowohl des Gebäudes als auch des Dachreiters ergeben sich jeweils vier gleichgestaltete trapez- bzw. dreieckförmige Dachflächen. Die acht Dachflächen werden von je einer stehenden Dachgaube geschmückt.

Heute bietet das Kurcafé mit großer Sonnenterrasse während seiner Öffnungszeiten unter anderem österreichische Schmankerl wie Mehlspeisen und Strudelspezialitäten an.

Quellen: 

  • „Ein Führer zu Sehenswertem mit der Geschichte von Stadt, Saline und Kurbetrieb“ von Michael Konnerth
  • „Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte“ von Michael Konnerth

Kurcafé (Bild: Uwe Grün)


Das historische Bohrhausmagazin mit Ausstellung im Salinengarten

Im Tal des Salinengartens am Eingang zum Einsiedelwald befindet sich das historische Bohrhausmagazin. Darin befindet sich eine Ausstellung zum Thema Salz & Sole. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 2008 im Rahmen der Landesgartenschau, um Besuchern der Schau einen Eindruck zum Thema „Salz und Sole“ zu geben und die Salzgewinnung in Bad Rappenau eindrücklich darzustellen. Das Museumskonzept wurde von einem Arbeitskreis des Heimat- und Museumsvereins Bad Rappenau e.V. erarbeitet, dieser trug auch die Bilder und Gerätschaften zusammen und ergänzte diese durch entsprechendes Anschauungsmaterial. Die Ausstellung ist eine Ergänzung zum Heimatmuseum im Fränkischen Hof, das technische Gerätschaften und Anschauungsmaterial dort zeigt, wo sie zu Zeiten des Salinenbetriebs im Einsatz waren. Erweiternd wird das Salz in seiner Vielseitigkeit und den unterschiedlichen Anwendungsgebieten dargestellt.

Während eines Rundgangs kann sich der Besucher über das Auffinden des Salzes und der Sole in unserem Raum bis hin zum Bau der Saline in Rappenau und zur Gewinnung des Speisalzes und der heutigen Verwendung von aus Sole gewonnenem Salz informieren.

Das Bohrhausmagazin selbst war in einfachem Ständerfachwerk 1929 gebaut worden und dementsprechend waren die Gefache mit Ziegelsteinen ausgemauert. Es diente dazu, Bohrgeräte und Werkzeuge der zwei benachbarten Bohrlöcher, 9 und 10, aufzunehmen. Die Bohrhäuser enthielten neben dem Bohrloch die technischen Einrichtungen zur Soleförderung, wie Tretrad, Schwengel, Bohrbank mit Bohrschere, Balancier, Wellbaum und Teile des Feldgestänges. Im Magazin brachte man Gestänge, Pumpe, Werkbank und Werkzeuge unter. Eine einfache Werkstattausstattung diente dazu, kleinere Reparaturen und Schweißarbeiten direkt vor Ort auszuführen. 

Im Sommer und Herbst 2007 wurde das Dachwerk restauriert. Ziegelsteine wurden neu eingemauert und die Dachabdeckung sowie Regenrinnen und Fallrohre, Estrich und Elektrik grundlegend erneuert.

Vom Bohrhausmagazin blickt man in östlicher Richtung genau auf den Bohrturm, der eigens zur Landesgartenschau 2008 über das Bohrhaus 9 geschoben wurde. Das Symbol auf dem Dach zeigt die beiden gekreuzten Bergmanns-Werkzeuge „Schlägel und Spitzeisen“, die im historischen Bergbau die grundlegenden Instrumente des Bergmanns waren. Überall wo diese Zeichen zu finden sind, bekunden sie eine enge Beziehung zum Bergbau.

Für die Ausstellung wurden Rohre, Gestänge und Meißel aus Beständen anderer Magazine ausgewählt und hertransportiert, Bohrkerne wurden inspiziert und die markantesten vom städtischen Bauhof aus einer Scheune in Fürfeld herbeigeschafft. Am Freitag, dem 25. April 2008 öffnete das Museum zum ersten Mal seine Pforten, an diesem Tag öffnete auch die Landesgartenschau 2008 zum ersten Mal zu einem „Tag der offenen Tür“ für die Besucher.

Überzeugen Sie sich selbst bei einem Besuch im Museum von den einstigen Ausmaßen der Rappenauer Saline und was davon noch übrig ist. Geblieben ist auch die Sole, die noch täglich an die Oberfläche gepumpt wird.

Öffnungszeiten: Jeweils samstags ab 15:00 Uhr:

  • 30.04.2022
  • 07.05.2022
  • 14.05.2022
  • 21.05.2022
  • 28.05.2022
  • 04.06.2022
  • 11.06.2022
  • 18.06.2022
  • 25.06.2022 (mit Sonderführung, s.u.)

Der Eintritt ist frei.

Vorschau: Sonderführung des Heimat- und Museumsvereins am 25.06.2022 und am 13.08.2022 jeweils um 15.00Uhr Beginn am Gradierwerk an der Weinbrennerstraße 

Diese Führung wird uns vom Gradierwerk, entlang der ehemaligen Bohrlöcher zum Museum Bohrhausmagazin, weiter am Bohrturm vorbei bis zum Tretrad geleiten. Dort werden wir erfahren, welch beschwerliche Arbeit das Bohren vor 200 Jahren war. Ein besonderes Highlight ist die Verschiebe-Einrichtung für den Bohrturm, da sie einmalig in Baden - Württemberg ist. Im Bohrhausmagazin erfahren die Teilnehmer die Geschichte der Saline und die Einsatzbereiche des Salzes. Bohrkerne, Bohrwerkzeuge, Salzstreuerschau und vieles Mehr wird fachkundig erklärt.

Ausstellung im Bohrhaus


Das Rosentritt-Grab

Auf dem Städtischen Friedhof an der Siegelsbacher Straße befindet sich das Grabmal von Salineninspektor Georg Christian Heinrich Rosentritt (1759-1846), dem Entdecker des Bad Rappenauer Salzlagers. Alte Bohrstangen und Schlagmeißel, mit denen Rosentritt seine Tiefenbohrungen niederbrachte, schmücken das Grab und erinnern an seine erfolgreiche Bohrtätigkeit. 

Die Entdeckung des Salzlagers im Jahr 1822 und die Saline bedeuteten einen Wendepunkt. Sie waren es, die in der Folgezeit das Gesicht Bad Rappenaus wandelten, den Ort aus dem Umland heraushoben und dessen Aufstieg zur modernen Kur- und Bäderstadt erst möglich machten. Der Weg in das Zeitalter der Industrialisierung, gleichzeitig auch zum geachteten Heilbad, stand nun auch für das damalige unscheinbare Ritterdorf Rappenau mit damals lediglich 592 Einwohnern weit offen. Mit der erfolgreichen Bohrung Rosentritts und der Errichtung der Saline wurden günstige Voraussetzungen für einen auf der Nutzung der Sole basierenden Kurbetrieb geschaffen, da fortan der Bezug dieses natürlichen Heilmittels in beliebiger Menge langfristig und kostengünstig gesichert war. Bereits 1833 fand die Eröffnung des Sophienbades, des ersten Solebades im damaligen Großherzogtum Baden, statt. Seither hat die Sole vielen Tausend und Abertausend Menschen Linderung und Heilung gebracht.

Wer war nun aber dieser Herr Rosentritt eigentlich?

Er hatte seine Bohrungen in bis dahin kaum erreichte Tiefen hinabgetrieben und die Bohrverfahren ständig verbessert. Ohne seine Bemühungen und gediegenen Fachkenntnisse wäre es wohl nie zu Bohrversuchen in dem damals im badischen Hinterland gelegenen kleinen Bauerndorf Rappenau gekommen. Rastloser Unternehmungsgeist und außergewöhnlicher Betätigungsdrang, verbunden mit hoher Risikobereitschaft und einem guten Riecher fürs Machbare im richtigen Moment waren die Tugenden, die ihm zum Erfolg verhalfen. Rosentritt verkörperte den modernen Unternehmertyp, der grenzüberschreitend wirkte und auch vor den größten Schwierigkeiten und Misserfolgen nicht zurückschreckte. Er gilt als Symbol für tatkräftiges, mutiges und erfolgreiches Schaffen.

Anlässlich seiner Pensionierung im Jahr 1836 wurde Salineninspektor Rosentritt die Ehrenbürgerurkunde verliehen. Rosentritt war damit der erste Ehrenbürger Bad Rappenaus. Rosentritt starb am 2. Mai 1846 im Alter von 86 Jahren in Bad Rappenau. Er hat bis zu seinem Tod im damaligen Direktionsgebäude der Saline gewohnt. Wer nun das Foto genau betrachtet, dem wird sofort ins Auge stechen, dass an den genannten Daten etwas nicht stimmen kann. Denn laut Eintrag im Taufregister wurde er bereits am 29. September 1759 geboren und nicht am 01. August 1760, wie fälschlicherweise auf dem Grabstein festgehalten. Offensichtlich hat der Auftraggeber des Grabmals – die damalige Salinenverwaltung – das genaue Geburtsdatum nicht gekannt, und daher rührt der Fehler auf dem Grabmal.

Quelle: Artikel von Michael Konnerth im Bad Rappenauer Heimatboten Nr. 13

Rosentrittgrab auf dem Bad Rappenauer Friedhof

 

 

 
 
 
 
WIR VERWENDEN COOKIES

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.