• Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

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Die Rappenauer Saline war nicht nur wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung Bad Rappenaus sowie die Entwicklung hin zum Kur- und Badeort. Die Gründung einer Staatssaline in Bad Rappenau hat auch zur Gründung verschiedener Vereine beigetragen.

Der Abendverein, später Casinogesellschaft

Der geselligen Unterhaltung, der Pflege der Musik und des Gedankenaustausches widmete sich der 1839 gegründete Abendverein, dessen erster Vorstand der Leiter der Salinenverwaltung, Herr von Chrismar, war. Sein Vereinslokal war die Gastwirtschaft „Zur Saline“. Aus diesem Abendverein ging am 15. Mai 1861 die Casinogesellschaft hervor, die durch den Salinenarzt und Medizinalrat Heinrich Fink geleitet wurde. Im Jahre 1877 erhielt dieser in Ansehung der Verdienste, die er sich in 50 Jahren in der Gemeinde erworben hatte, das Ehrenbürgerrecht. Die Casinogesellschaft war viele Jahre hindurch der gesellschaftliche Mittelpunkt hiesiger Familien und auswärtiger Gäste, die einen regen geistigen Verkehr und Gedankenaustausch pflegten. Ähnliche Ziele verfolgte die am 10. November 1871 gegründete Gesellschaft Eintracht, die ihr Vereinslokal in der Gastwirtschaft „Zur Krone“ hatte. Aus Mitgliedern der „Kasinogesellschaft“ und des Männergesangvereins „Frohsinn“ hatte sich Mitte 1906 eine Gesangsabteilung herausgebildet, das „Männerquartett Kasino Rappenau“.

Die Kasinogesellschaft bildete bis ins letzte Jahrhundert hinein den gesellschaftlichen Mittelpunkt Bad Rappenaus und hat wesentlich dazu beigetragen, dass Vorurteile abgebaut wurden und man (Saline und Gemeinde) sich schließlich näher kam.

Gesangverein Saline Rappenau, das Männerquartett Kasino Rappenau und der Fahnenstreit von 1907

Der Gesangverein Saline Rappenau war eine Gesangsabteilung der Kasinogesellschaft, deren Fahne 1865 eingeweiht wurde. Bergrat Laub verwahrte diese Fahne seit 1895 privat. Das Männerquartett Kasino Rappenau forderte die Herausgabe der Fahne. Dies aber verweigerte Bergrat Laub mit der Begründung, die Fahne heiße „Gesangverein Saline Rappenau“ und sei damit Eigentum der Saline. Das führte zu einer kleinen Revolution und nach Sammlung und Einsendung von umfangreichem Beweismaterial hat die badische Forst- und Domänendirektion am 04.04.1907 verfügt, dass das Salinenamt die Fahne bedingungslos herauszugeben habe. Das Wort „Saline“ brauche nicht gestrichen zu werden. Die Übergabe der ehemaligen Gesangsabteilungsfahne des Kasinos an das Männerquartett „Kasino“ wurde in feierlicher Weise mit neuer Schleife und Sinngedichten vollzogen. Sie begleitete erstmals die Sängerschaft zum Sängerwettstreit nach Walldorf.

Sterbekassenverein

Seit 1873 gab es auf der Saline einen sogenannten „Sterbekassenverein“. Ihm traten auch Bewohner der Gemeinde Rappenau sowie anderer 25 Ortschaften der Umgebung bei. Beim Ableben eines Mitglieds wurde den Hinterbliebenen eine einmalige Unterstützung von 450 Mark zuteil. Der Reservefond der Kasse betrug am 01. Juli 1877 12.515,56 Mark. Allein 1876 wurden an Sterbegeld 7.650 Mark gezahlt. 

Quellen: 

  • Gustav Neuwirth, Die Geschichte der Stadt Bad Rappenau
  • Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte
 
 
 
 
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