• Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

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Die Rappenauer Saline war nicht nur wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung Bad Rappenaus sowie die Entwicklung hin zum Kur- und Badeort. Die Gründung einer Staatssaline in Bad Rappenau hat auch zur Gründung verschiedener Vereine beigetragen.

Der Neckarsalinenverein wurde am 12. September 1828 in Heidelberg gegründet. Mitglieder waren die Salinen Rappenau, Jagstfeld, Offenau und Wimpfen.

Der Verein wurde gegründet, da der Binnenmarkt die sprunghaft gestiegenen Salzmengen nicht mehr aufnehmen konnte und die Neckarsalinen dadurch in starker Konkurrenz zueinander standen. Diese nahm insbesondere auf den ausländischen Märkten so starke Formen an, dass infolge wiederholter Preisunterbietungen die Lieferpreise sogar unter das Niveau der allgemeinen Produktionskosten sanken. Was lag also näher, als sich am Verhandlungstisch zu einigen, um die unerträglich gewordene Konkurrenzsituation, die die Erzielung hoher Einkünfte aus dem Salzgeschäft gefährdete, auszuschalten.

Der Heidelberger Vertrag legte in der Hauptsache folgendes fest:

  • Die vier Neckarsalinen garantieren sich gegenseitig den ausschließlichen Absatz ihrer Fabrikate (Koch-, Viehsalz, Nebenprodukte, Sole) in ihrem eigenen Land.
  • Im Ausland treten die Neckarsalinen als wirtschaftliche Einheit auf. Der Absatz in andere Länder als Baden, Württemberg und Hessen wird daher gemeinsam durch den Verein ausgeübt. Jede der vier Salinen enthält sich des eigenständigen Salzabsatzes ins Ausland.
  • Alle Aufträge aus dem Ausland werden von einer gemeinsamen Geschäftsführung behandelt.
  • Die Beteiligung an der Salzausfuhr erfolgt nach einem Schlüssel (Ludwigshalle 4/6, Ludwigssaline 1/6, Friedrichshall und Clemenshall 1/6).
  • Für die gelieferten Kontingente erhält jede Saline vom Verein den Reinerlös (Vertragspreis minus anfallender Kosten).
  • Die Saline Wimpfen stellt den Handverkauf des Salzes gänzlich ein.

Wie aus den Vertragsbestimmungen zu ersehen ist, war der Neckarsalinenverein ein Gebiets-, Auftrags- und Gewinnverteilungskartell. Es war nicht nur das älteste, sondern auch das am längsten wirksame Kartell Deutschlands, das bis 1937, also fast 109 Jahre, bestand.

Der Vertrag spiegelt die starke Machtposition der Wimpfener Saline wider. Ihr kamen 2/3 am Auslandshandel des Vereins zu. Zudem wurde ihr 1830 die Führung der laufenden Geschäfte übertragen, die sie bis 1892 innehatte. Danach ging die Geschäftsleitung auf die Saline Friedrichshall über.

Durch den Verein war nach 1828 anstelle der schädlichen Konkurrenz eine gewinnbringende Zusammenarbeit getreten. Die Lieferpreise konnten wesentlich erhöht und damit auch die Gewinne entsprechend gesteigert werden.

Weitere Vorteile ergaben sich dann auch aus der Tatsache, dass der Neckarsalinenverein 1867 und 1869 durch Marktabsprachen sowie Vereinbarungen über Gebietsabgrenzungen und Preisfestsetzungen mit französischen Salinen zum ersten internationalen Kartell in der deutschen Wirtschaftsgeschichte erweitert wurde.

Quellen:

  • Gustav Neuwirth, Die Geschichte der Stadt Bad Rappenau
  • Michael Konnerth, Die Rappenauer Saline und ihre Geschichte
 
 
 
 
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