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Jubiläum des Patenbootes in Kiel gefeiert

Regen war vorausgesagt, aber die Sonne schien, als das Minentauchereinsatzboot „Bad Rappenau“ am Samstag, dem 27.04.2019, mit insgesamt 70 Gästen an Bord zur „Jubiläumsfahrt“ in Kiel in See stach. Vor 25 Jahren – am 19.04.1994 – wurde das damalige „Minenjagdboot Bad Rappenau“ in Olpenitz in Dienst gestellt.

Damals wie heute hatte es sich eine Delegation aus der Patenstadt nicht nehmen lassen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Insgesamt 19 Personen mit Oberbürgermeister Sebastian Frei an der Spitze hatten sich auf den Weg nach Kiel gemacht, unter ihnen auch Teilnehmer „der ersten Stunde“, wie Bürgermeister a.D. Gerd Zimmermann, in dessen Amtszeit die Patenschaft Anfang der 1990er Jahre beschlossen und beantragt wurde, und seine Frau Liselotte Zimmermann, die das Boot 1993 in Bremen-Lemwerder auf den Namen der Kurstadt getauft hatte. Mit „an Bord“ war auch Hauptamtsleiter Wolfgang Franke, der über viele Jahre hinweg im Rathaus für die Pflege der Patenschaft verantwortlich war und schon an der In-Dienst-Stellung 1994 teilgenommen hatte.

Zum 25-jährigen Jubiläum hatte die Besatzung unter ihrem Kommandanten Philipp Klimmek alle Register gezogen, damit es den zahlreichen Gästen bei der Seefahrt in der Kieler Förde und dem anschließenden Jubiläumsfest an nichts fehlte – nicht einmal an Sonnenschein. „222.000 Seemeilen hat die Bad Rappenau in den vergangenen 25 Jahren zurückgelegt“, blickte Kapitänleutnant Klimmek zurück, „das ist mehr als 10x um den Äquator, und das in Mofa-Geschwindigkeit.“ Denn die Höchstgeschwindigkeit der Bad Rappenau liegt bei 18 Knoten (rund 35 km/h), und diese wird nur selten erreicht, wie der Kommandant betonte, um Diesel zu sparen.

Klimmek erinnerte in seiner kurzen Ansprache auch an die Patenschaft zwischen der Kurstadt und dem Schnellen Minensuchboot „Regulus“; die von 1982 bis zu dessen Außer-Dienst-Stellung 1990 bestand. Ausdrücklich dankte er Bürgermeister a.D. Zimmermann dafür, dass er sich dafür eingesetzt hatte, eine offizielle Patenschaft mit einem neuen Minenjagdboot einzugehen. „Seit nunmehr 25 Jahren trägt dieses Boot den Namen „Bad Rappenau“ im wahrsten Sinne des Wortes in alle Welt“, so der Kommandant weiter. Und das voraussichtlich auch noch in den kommenden 10 Jahren – bis 2030 soll die Bad Rappenau zur See fahren und dafür regelmäßig ertüchtigt werden.

Im Vergleich zu den 222.000 Seemeilen (mehr als 400.000 Kilometer), die die Bad Rappenau schon zurückgelegt hat, ist die Distanz zwischen der Kurstadt und dem Heimathafen Kiel sehr klein. „Rund 730 Kilometer sind wir angereist, um dieses Jubiläum gemeinsam feiern zu können“, so OB Sebastian Frei, der Grüße aus der Patenstadt und vom Gemeinderat überbrachte. Trotz dieser Distanz gelinge es durch großes Engagement auf beiden Seiten, die Patenschaft lebendig zu halten. OB Frei dankte dem Kommandanten und besonders der Besatzung, die das Jubiläumsfest durch ihren Einsatz ermöglicht hatten.

„In 25 Jahren hat auch noch kein Kommandowechsel an Bord ohne eine Delegation aus Bad Rappenau stattgefunden“, blickte OB Frei zurück. Umgekehrt hatte es sich auch Kapitänleutnant Klimmek nicht nehmen lassen, im Februar 2018 zur Amtseinsetzung des neuen OB nach Bad Rappenau zu reisen.

Durch regelmäßige Besuche an Bord und in der Kurstadt wird Kontakt gehalten, der nächste Besuch der Besatzung in Bad Rappenau wird zum Stadtfest erwartet, wo die Marinesoldaten wieder einen Bierstand betreiben wollen. „Wie immer zapfen Sie Bier für einen guten Zweck“, freute sich OB Frei, „in Bad Rappenau haben schon viele Einrichtungen von den Spenden der Besatzung profitiert.“