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Die ehrenamtlichen Autoren des Heimat- und Museumsvereins können stolz sein: Pünktlich vor den Weihnachtsfeiertagen im Dezember 2018 wurde die 29. Ausgabe des Bad Rappenauer Heimatboten ausgeliefert, die von den Fans alljährlich schon sehnlich erwartet wird. Das Heft, das seit 1989 regelmäßig erscheint, liegt kostenlos im Rathaus und Museum Bad Rappenau sowie in den BürgerBüros der Stadtteile zur Abholung aus.

Auf über 80 Seiten enthält die aktuelle Ausgabe wieder viel Wissenswertes zur Heimatgeschichte. 14 Beiträge von 15 Autoren befassen sich mit den unterschiedlichsten heimatkundlichen Themen aus Bad Rappenau und der Region. Nach 10 Jahren als verantwortliche Redakteurin hat Almut Friedrich das Amt im Jahr 2018 an Eva Goldfuß-Siedl abgegeben. Als Mitglied des Heimat- und Museumsvereins hat sich die Pressesprecherin der Stadt Bad Rappenau ehrenamtlich um Redaktion und Koordination für die 29. Ausgabe der beliebten Veröffentlichung gekümmert.

Zum Inhalt
Der Besuch von drei Zeitzeugen, die vor Jahrzehnten im Stuttgarter Kinderkurheim waren, im städtischen Archiv hat das Interesse von Archivarin Regina Thies an der Kur und den Kinderkurheimen geweckt. Gemeinsam mit ihrer Tochter, der Historikerin Dr. Fenja Sommer, stellt sie „Das Kindersolbad Siloah“ vor. Der Beitrag ist der 1. Teil über Bad Rappenauer Kinderkurheime, Teil 2 folgt im kommenden Heft.

Einem Zufallsfund von Archivarin Regina Thies verdankt der Beitrag „Rappenau wird zu Bad Rappenau“ seine Entstehung: Sie war im Archiv auf einen Fahrplanentwurf gestoßen, der aus einer Zeit stammte, als Rappenau noch nicht den Titel „Bad“ trug, allerdings im Fahrplanentwurf schon mit „Bad Rappenau“ hinterlegt war. Auch dieses Thema arbeitete Regina Thies zusammen mit Dr. Fenja Sommer aus.

Aus der Feder des 2013 verstorbenen Herbert Freudenberger stammt der Beitrag „Die Bad Rappenauer Saline von A bis Z, Teil 2 – von G bis Z“, bearbeitet von Almut Friedrich. „Ungefähr zwei Wochen vor seinem Tod übergab mir Herr Freudenberger die alphabetische Zusammenstellung mit den Worten `es wäre schön, wenn das im Heimatboten veröffentlicht wird´“, berichtet die Autorin. Sie machte sich daran, den Text zu überarbeiten, der Leben und Alltag auf der ehemaligen Saline beschreibt. Der 1. Teil des Textes wurde im Heimatboten Nr. 28 abgedruckt.

Auch Rudolf Rothenhöfer hat für den neusten Heimatboten einen Beitrag bearbeitet, den ein anderer verfasst hatte: Sein Onkel Oskar Rothenhöfer (1905 – 1986) stellt unter dem Titel „Lebensbilder aus Alt-Rappenau“ drei Persönlichkeiten vor: Lehrer Christoph Metzger, Oberlehrer Friedrich Linder und Dichterin Christine Schmutz. Heute sind uns diese Personen nicht mehr geläufig. Sie waren dem 1905 geborenen Oskar Rothenhöfer aber noch in guter Erinnerung und sorgten in dem damals kleinen Dorf Rappenau für Gesprächsstoff.

Ein trauriger Anlass war Auslöser für den Beitrag von Eva Goldfuß-Siedl und Hans-Georg von Rantzau „Anne Schüßler war gelebte Heimat – ein Nachruf“. Im Frühjahr 2018 ist Anne Schüßler aus Bonfeld verstorben, zusammen mit ihrem Mann Helmut hat sie nicht nur Heimatbücher für die Stadtteile Fürfeld, Bonfeld und Treschklingen verfasst, sondern seit 1996 auch zahlreiche Beiträge für den Heimatboten geschrieben.

Hans-Heinz Hartmann beleuchtet in zwei Beiträgen wieder verschiedene Facetten der Archäologie unserer Gegend. Aus aktuellem Anlass – dem Ausbau der A6 – ist der Beitrag „Archäologie an der Autobahn – 7.000 Jahre Geschichte auf Bonfelder Gemarkung“ entstanden. „Aus einem kleinen Stück Boden entsteht die Geschichte eines ganzen Dorfes“, fasst der Autor seine Arbeit zusammen. Nicht zuletzt durch die Unterstützung von Baggerfahrern, die ihn anriefen, war Hartmann stets informiert, wenn wieder Boden abgetragen wurde. Sehr viele Scherben wurden beim Autobahnausbau gefunden, die anschließend von Hartmann sortiert, gereinigt und bestimmt wurden. Zahlreiche Funde konnte Hartmann auch beim Neubau der Johannes-Diakonie machen, die er in seinem Beitrag „Römische Funde in der Brunnenstraße und die Geschichte der Bad Rappenauer Maueräcker“ vorstellt. Eine Besonderheit war hier der Fund einer römischen Bronzemünze, eines sogenannten „Sesterz“.

Mit der Auswanderung aus unserem Raum nach Amerika in der Mitte des 19. Jahrhunderts befasst sich Hans-Heinz Hartmanns dritter Beitrag „Das Müller-Kreuz bei Obergimpern“. Der Artikel entstand quasi als „Nebenprodukt“ bei der Aufnahme von Kleindenkmalen, die 2014/15 von Ehrenamtlichen im gesamten Landkreis Heilbronn durchgeführt wurde. Das Kreuz, das an der Straße von Obergimpern zum Wagenbacher Hof steht, weckte Hartmanns Neugier. Er erforschte die Lebensgeschichte von Jakob Müller und zeigt die Gründe für die Auswanderungswelle in den 1850er Jahren auf.

Mit einem bekannten Reformator hat sich Erich Schuh in seinem Beitrag „Erhard Schnepf, seine Lebensgeschichte“ im Nachgang zum Reformationsjubiläum auseinandergesetzt. Das Wirken Schnepfs in unserer Region steht dabei im Mittelpunkt, ebenso die Spuren des Reformators, die man heute noch bei uns findet.

Eine historische Eheurkunde und deren Folgen für die Betroffenen stellen Margret und Helmut Niklaus in ihrem Beitrag „Treschklingen 1771, zwei Väter verheiraten ihre Kinder“ vor. Immer wieder stoßen die beiden Heimatforscher z.B. in Kirchenbüchern auf interessante Details, die sie für den Heimatboten ausarbeiten.

Bernd Göller setzt, unterstützt von Dr. Gil Hüttenmeister, Rudolf Prach und Tanja Haberzettl-Prach im 4. Teil die Reihe „Der jüdische Friedhof in Bad Rappenau-Heinsheim“ fort. In dem Beitrag werden weitere 20 besonders wertvolle Grabsteine mit reicher Symbolik vorgestellt und in Bild, Text und Übersetzung dokumentiert. Eine Besonderheit ist der zerbrochene Grabstein von Rösle Wimpfheimer aus Ittlingen. Dessen Oberteil wurde erst vor zwei Jahren entdeckt, angelehnt an einen Grabstein weit entfernt vom Unterteil, das seinerseits halb in der Erde versunken war. Ergänzt wird der Beitrag vom zweiten Teil „Jüdische Grabsteine lesen“, mit dessen Hilfe man auch als Laie Wissenswertes über einen jüdischen Grabstein in Erfahrung bringen kann.

„Das städtebauliche Sanierungsgebiet Raiffeisenstraße“ ist das Thema von Mathias Elleser. Er hat als Mitarbeiter der Kommunalentwicklung Baden-Württemberg die Sanierungsmaßnahme begleitet. Die förmliche Sanierung der Raiffeisenstraße dauerte von Mitte der 1990er Jahre bis 2018. Die Sanierung, zu der Maßnahmen wie der Abbruch der Kornhaus-Silotürme, der Abbruch des Benger-Gebäudes, der Bau von Südstraße, Fußgängerunterführung am Bahnhof und zentralem Omnibusbahnhof zählen, hat das Gesicht von Bad Rappenau nachhaltig verändert

In der Rubrik „Aktuelles aus dem Stadtarchiv“ informiert Archivarin Regina Thies über ihre Arbeit und stellt Spenden vor, die dem Archiv im vergangenen Jahr überreicht wurden. Ein Überblick über das umfassende Jahresprogramm des Heimat- und Museumsvereins für 2019 mit Vorträgen, Ausstellungen und Führungen rundet den Heimatboten ab.

Eine Übersicht über die zuletzt erschienen Heimatboten gibt es hier: https://www.badrappenau.de/buergerservice/veroeffentlichungen/buecher-und-broschueren