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Rechtlich und formal war es eine Gemeinderatssitzung, als am Freitag, dem 02.02.2018, Sebastian Frei offiziell für sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt Bad Rappenau vereidigt und verpflichtet wurde. „Dies ist aber eine besondere Sitzung und zu recht auch ein Festakt“, betonte OB-Stellvertreter Klaus Hocher, der vom Gemeinderat dazu bestimmt worden war, den neuen OB für sein Amt zu verpflichten.

Bilder von der Amtseinsetzung: (alle Fotos:  Uwe Grün, Kriachgaufoto)

Über 500 Besucher waren ins Kurhaus gekommen, um der feierlichen Veranstaltung beizuwohnen. Unter ihnen zahlreiche Bürgermeister aus umliegenden Kommunen, Abgeordnete vom Landtag und Bundestag, viele bisherige Wegbegleiter des neuen Oberbürgermeisters aus der Justiz, Gäste aus der Partnerstadt Llandrindod Wells und vom Patenboot sowie zahlreiche Vereinsvorsitzende, ehrenamtlich Engagierte und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Bad Rappenau.

Am 05.11.2017 war Sebastian Frei mit großer Mehrheit zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Bad Rappenau gewählt worden. Am Donnerstag, dem 01.02.2018, pünktlich um 8:00 Uhr hatte er seinen Dienst im Rathaus angetreten. Am 02.02. folgte die feierliche Verpflichtung für das neue Amt. „Für Bad Rappenau ist dieser Wechsel im Rathaus von großer Bedeutung, weil unser Oberbürgermeister, in der Regel über viele Jahre hinweg, unsere Stadt prägt wie kein anderer“, betonte OB-Stellvertreter Klaus Hocher. Nur drei Bürgermeister – Fritz Hagner, Gerd Zimmermann und Hans Heribert Blättgen – hatte Bad Rappenau in den letzten 70 Jahren. „Und man muss sicher lange suchen, bis man eine Stadt in Baden-Württemberg findet, die sich quantitativ und qualitativ so gut entwickelt hat wie Bad Rappenau“, so Hocher nicht ohne Stolz, „diese Entwicklung soll sich nun mit Ihnen, Herr Frei, fortsetzen“. Schließlich kommt dem Amt des Bürgermeisters in Baden-Württemberg eine Schlüsselstellung zu, ist er nicht nur der Repräsentant und juristische Vertreter der Stadt nach außen, sondern auch Vorsitzender des Gemeinderats und Chef der Verwaltung. Und auch die Bürgerinnen und Bürger muss der neue OB mit ins Boot holen und beteiligen. Wohnbau, Verkehr, Förderung des Ehrenamts, gleichmäßige Entwicklung der Stadtteile oder Kinderbetreuung – zahlreich sind die Aufgaben, die gemeinsam bewältigt werden müssen.

Sein Amt „nach bestem Wissen und Können zu führen, das Recht zu achten und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben“ gelobte Sebastian Frei anschließend in der feierlichen Vereidigung, bevor ihm Klaus Hocher als symbolisches Zeichen der Verbundenheit mit Bad Rappenau die Amtskette umlegte.

Als Regierungspräsident ist Wolfgang Reimer verantwortlich für 38 Große Kreisstädte. „Aber nur zwei von ihnen, Bad Rappenau und Bad Mergentheim, sind Bäderstädte und insofern etwas ganz Besonderes.“ Da immer mehr Menschen in Städten lebten, stünden die Bürgermeister vor ständig neuen Herausforderungen. Gleichzeitig komme ihnen eine immer bedeutendere Rolle innerhalb der Politik zu. Dass der Jurist Frei, der zwei Staatsexamen mit Prädikat abgelegt hat, auch in der Verwaltung erfolgreich sein wird, daran hatte Reimer keinen Zweifel „Schon bald sind Sie ein OB mit Verwaltungserfahrung.“

„Juristen können eigentlich alles“, zeigte sich auch die parlamentarische Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch als Vertreterin der Landesregierung überzeugt, „sie kennen die Gesetze und halten sie ein.“
„Betrachten Sie die Dinge nicht als Problem, sondern als Herausforderung“, riet der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic dem neuen Stadtoberhaupt und weiter: „das Wichtigste überhaupt ist der respektvolle Umgang miteinander“. Er betonte auch seine besondere Verbundenheit zu Bad Rappenau, wo er 1979 seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht hatte.

Die Grüße aller 46 Gemeinden des Landkreises Heilbronn überbrachte Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke als Vertreter des Gemeindetages Baden-Württemberg. „Ihr neues Amt ist sehr herausfordernd, aber es ist das schönste Amt, das es gibt.“ Wichtig sei es aber, die richtige Balance zwischen Familie und Amt zu finden.

Für alle Kirchengemeinden der Stadt Bad Rappenau überbrachte Pfarrer Joachim Bollow gute Wünsche mit einem Zitat des Propheten Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes, …denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl.“ Kirchliche wie auch weltliche Gemeinden seien dazu aufgerufen und arbeiteten in vielem zum Wohle der Bürger zusammen, nicht zuletzt in der Kinderbetreuung oder bei der Sozialstation.

„Als wir uns das erste Mal trafen, war mir schnell klar, dass Sie ein guter Nachfolger für OB Blättgen sind“, betonte Kay Schüssler der 1. Vorsitzende des TV Bad Rappenau und Vertreter der örtlichen Vereine, „weil ich merkte, die Vereine liegen Ihnen am Herzen.“

„Die Bad Rappenauer müssen schlaue Leute sein“, vermutete Frank Haarer, Rektor der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen und bisheriger Dienstvorgesetzter des neuen Oberbürgermeisters, „denn sie haben Herrn Frei zum OB gewählt. Das war eine kluge Entscheidung.“ Ungern lässt er den bisherigen Dozenten gehen, der in all seinen bisherigen Dienststellen nur beste Zeugnisse erhalten hat. Er sei ein „kluger, vielseitiger und befähigter Jurist, der sich sehr schnell auf neue Situationen einstellen kann“ zitierte Haarer aus Dienstbeurteilungen. Bad Rappenau bekomme einen neuen OB der  „besonnen ist, mit natürlicher Autorität und tadellosen Manieren“.

Im Namen von 286 Kolleginnen und Kollegen hieß Rainer Hassert, stellvertretender Vorsitzender des Personalrates Bad Rappenau, den neuen Chef willkommen. Angelehnt an das berühmte Zitat von John F. Kennedy forderte er den neuen OB auf „Fragen Sie sich daher nicht nur, was wir Mitarbeiter für Sie tun können, sondern fragen Sie sich bitte auch, was Sie für Ihre Mitarbeiter tun können“. Einen mitarbeiterorientierten Führungsstil wünsche man sich.

Das Geld war es, das sich wie ein roter Faden durch Reden und Grußworte zog. Während Regierungspräsident Wolfgang Reimer darauf hinwies, dass seine Behörde über 2 Mrd. Euro jährlich an Fördermitteln vergebe „ein echtes Konjunktur-Feuerwerk für das Land“, hob Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch hervor, dass der Landtag beschließt, wofür die Gelder ausgegeben werden dürfen. Der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic unterstrich, dass der Landtag zwar über die Ausgaben beschließe, aber der Bund schließlich einen großen Teil der Gelder beisteuert. „Uns ist nicht so wichtig, wo das Geld herkommt“, befand dagegen Vereinsvertreter Kay Schüßler, „Hauptsache, das Geld kommt zu uns!“

Als Höhepunkt und zum Abschluss des Abends wandte sich der neue Oberbürgermeister Sebastian Frei an die Gäste: „Ich freue mich über jeden, der sich heute Abend Zeit genommen hat, um bei meiner Amtseinsetzung dabei zu sein.“ Er dankte allen, die ihn im Wahlkampf unterstützt und gewählt hatten: „Das in mich gesetzte Vertrauen gibt mir Ansporn.“ Selbstverständlich sei es für ihn, dass er ein Oberbürgermeister für alle Bad Rappenauer sein will.

Seinem Amtsvorgänger Hans Heribert Blättgen dankte er für das offene Ohr und die stets offene Tür, um nun einen möglichst guten Einstieg in sein neues Amt zu haben. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und dem Team der Stadtverwaltung will er nun daran gehen, die im Wahlkampf versprochenen Projekte anzupacken und zum Erfolg zu führen. Dabei war es Frei wichtig, die skeptische Grundhaltung innerhalb von Teilen der Bevölkerung gegenüber der Verwaltung zu entkräften. Vielmehr sei die Verwaltung ein öffentlicher Dienst, ein Dienst am Menschen. Hier werden Entscheidungen im Interesse Einzelner oder Vieler getroffen. Dabei stehen „die Maxime des Gemeinwohls und das rechtssichere Arbeiten“ im Vordergrund, auch wenn dies mitunter Zeit braucht. Oberbürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung arbeiteten gemeinsam an einem Ziel: die Lebensqualität der Menschen in Bad Rappenau und den Stadtteilen zu verbessern. „Genau in diesem Sinne verstehe ich den Begriff der öffentlichen Verwaltung“, betonte OB Frei. Für seine Antrittsrede erhielt der neue Oberbürgermeister vom Publikum stehende Ovationen.

Vielseitig wie der ganze Abend war auch das musikalische Programm. Nach einem schwungvollen Auftakt mit der Landjugend-Fanfarengilde Elsenzgau unter der Leitung von Rolf Höllmüller sangen Sonja Koppelhuber und Kammersänger Guy Ramon begleitet von Dora Kalikhman am Flügel Melodien aus Operette und Musical. Die Stücke waren passend zum Anlass gewählt: „Ich lade gern mir Gäste ein“ von Johann Strauss, Gerhard Winklers „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“ sowie das Duett von D. und H. Fields „Alles was Du kannst, das kann ich viel besser“. Für den musikalischen Abschluss des Abends zeichnete die Stadtkapelle unter der Leitung von Isabel Gonzalez Vilar verantwortlich, u.a. mit dem „Second Waltz“ von Dimitri Schostakowitsch und natürlich dem Badner Lied zum Ausklang.