Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen
  • Wasserschloss Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau Nacht

  • Gradierwerk

    Gradierwerk Besucher

  • Bad Rappenau

Dauerausstellung im BürgerBüro

Im Jahr 976 wurde der Bad Rappenauer Teilort Babstadt erstmals urkundlich erwähnt. Auf der Gemarkung Babstadt lassen sich aber mehr als 7.000 Jahre Siedlungsgeschichte nachweisen. Dies zeigen eindrucksvoll Fundstücke, die Dr. Hans Heinz Hartmann und André Kolb im Laufe von vielen Jahrzehnten vor Ort zusammengetragen haben. Ein Teil dieser Funde wird nun in einer kleinen Dauerausstellung im BürgerBüro Babstadt der Öffentlichkeit präsentiert.

Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung waren am vergangenen Dienstag zahlreiche Interessierte gekommen. „Ihre Arbeit ist wichtig, denn so erfahren wir einiges über die Vergangenheit hier vor Ort“, lobte OB Hans Heribert Blättgen den Einsatz der ehrenamtlichen Heimatforscher. „Sie haben viel Zeit investiert und alles akribisch aufgearbeitet und systematisiert.“ Eine Karte zeigt die genauen Fundstellen auf der Gemarkung.

Funde von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter, chronologisch geordnet und mit kurzen Erklärungen versehen, geben einen Einblick in die Geschichte und wurden von Dr. Hans Heinz Hartmann kenntnisreich erläutert. Bedeutende Funde konnten der Hallstadtzeit (Stufe D, um 600 – 500 v. Chr.) zugeordnet werden. Sie passen zu den Hügelgräbern, die auf Bad Rappenauer Gemarkung gefunden wurden. Vermutlich war im heutigen Babstadt der Wohnsitz des Fürsten, der in einem der Hügelgräber bestattet wurde.

Zahlreiche Funde dokumentieren die Römerzeit: „Eine bedeutende Handelsstraße führte von Speyer an Babstadt vorbei über den Neckar Richtung Limes“, so Hartmann. Ein großer römischer Gutshof wurde in den Jahren 1996 – 2002 in Babstadt ausgegraben und dokumentiert. Zahlreiche Funde geben Einblick in Leben und Arbeit seiner Bewohner. Die Babstadter Ausstellung zeigt zum Beispiel Getreidekörner aus dieser Zeit, die bei einem Brand verkohlt wurden und daher bis heute erhalten sind. „Der Getreideanbau war wichtig, um das Militär zu ernähren“, erklärte Dr. Hartmann. Gefunden wurde auch Hanf, das für die Herstellung von Seilen verwendet wurde, mit denen wiederum Amphoren für den Transport verpackt wurden. Dem Eigentümer des Gutshofes lag auch viel daran, seinen Reichtum zur Schau zu stellen. Davon zeugt ein Teil einer Mauer, der in der Ausstellung gezeigt wird. „Diese Mauer wurde mit gutem weißen Kalkmörtel verputzt, anschließend wurden die Fugen mit pompejanisch Rot ausgemalt – das ergab einen repräsentativen Bau“, betonte Hans Heinz Hartmann.

Auch bei den Alemannen war Babstadt als Siedlungsgebiet beliebt, wie zahlreiche Keramikfunde zeigen. Im Bereich des Oberbiegelhofs konnten mehrere Töpfereien nachgewiesen werden.

Ein besonderes Fundstück aus neuerer Zeit ist ein Grenzstein mit der Aufschrift BGW: „Das steht für Babstadter Gemeinde-Wald. Dieser Stein ist der einzig erhaltene Grenzstein und stammt vermutlich von 1835 oder 1845, denn 1855 wurde der Wald abgeholzt“, erläuterte Hartmann.

Auch in der Gegenwart ist Babstadt als Wohnort beliebt, das Neubaugebiet „Waldäcker“ wird derzeit erschlossen, und die Nachfrage nach Bauplätzen ist groß. Bis zum Abschluss der Erschließungsarbeiten werden die Heimatforscher die Gelegenheit nutzen, um noch das eine oder andere Fundstück für die Nachwelt zu sichern.

Die Dauerausstellung kann ab sofort zu den Öffnungszeiten des BürgerBüros Babstadt besichtigt werden:
Dienstag         14:00 – 17:30 Uhr
Donnerstag    11:00 – 12:30 Uhr