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In den letzten Jahren hat sich der Maiszünsler, ein besonders hartnäckiger und gefräßiger Schädling, im Mais breitgemacht. Je nach Befall verursacht er Pilzerkrankungen, Fäulnis und frühzeitiges Absterben der Maispflanze. So hat seine Verbreitung oft deutliche Ernteverluste zur Folge. Immer mehr Landwirte in Württemberg verzichten bei der Bekämpfung des Maiszünslers auf chemischen Pflanzenschutz, da es inzwischen eine sehr wirksame biologische Alternative gibt: den natürlichen Feind des Maiszünslers, die Schlupfwespe (Trichogramma). Die Eier des Nützlings parasitieren die Eigelege des Maiszünslers und führen so zur Dezimierung des Maiszünslerbestands.
Um die Trichogramma flächendeckend über dem Maisfeld ausbringen zu können, kommt häufig eine Drohne zum Einsatz. Die GPS-gesteuerte Drohne dient als Transportmittel für die Schlupfwespeneier: Sie überfliegt das Feld nach vorab festgelegter Route und wirft in regelmäßigen Abständen automatisch Kapseln mit Schlupfwespeneiern ab. Die Kapseln bestehen mehrheitlich aus Zellulose oder Maisstärke und werden auf natürlichem Wege abgebaut.

Etwa von Mitte Juni bis Anfang Juli werden in unserem Gemeindegebiet  vorübergehend Drohnenflüge zur Maiszünslerbekämpfung zu beobachten sein.

 

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten: 

Was genau macht die Drohne hier auf unserem Gemeindegebiet?
Die Drohne wirft über einer genau definierten Ackerfläche Kapseln aus Zellulose oder Maisstärke ab. Diese Kapseln enthalten Eier der Schlupfwespe. Die Schlupfwespe ist ein Nützling, der durch seine Eier den Maiszünsler parasitiert und den Befall dadurch dezimiert. Es handelt sich also um eine rein biologische und umweltschonende Schädlingsbekämpfung.

Wo darf die Drohne fliegen?
Der Drohnenflug findet ausschließlich über der vom Landwirt beauftragten Ackerfläche statt.

Wer steuert die Drohne?
Der Landwirt hat der BayWa den Auftrag erteilt, die biologische Maiszünslerbekämpfung mittels Drohne auf seinem Maisfeld durchzuführen. Dabei arbeitet die BayWa mit mehreren Fachfirmen zusammen, die als Dienstleister die Flüge vor Ort durchführen. Gesteuert wird die Drohne von speziell ausgebildeten Piloten, die über einen behördlich anerkannten Flugkundenachweis verfügen. 

Hat die hier verwendete Drohne eine Kamera installiert?
An der Drohne ist eine niedrig auflösende Kamera befestigt, die ausschließlich der Orientierung während des Flugs dient und keine Aufzeichnungen macht. Sie ist nach vorne gerichtet, um Hindernisse wie zum Beispiel Strommasten oder ähnliches zu erkennen.

Wie lange dauert die Maßnahme?
Das hängt vom Umfang der beauftragten Fläche ab. Pro Tag können zwischen 70 und 120 Hektar abgeflogen werden. Es sind pro Feld zwei Maßnahmen im Abstand von zehn bis 14 Tagen notwendig.

Geht von den Schlupfwespen selbst irgendeine Gefahr aus?
Nein. Es handelt sich um Kleinstlebewesen (Trichogramma), wie sie ganz üblich für die Schädlingsbekämpfung verwendet werden. Spätestens nach der Maisernte sterben auch die Schlupfwespen, da sie keine Nahrung mehr finden, wenn der Maiszünsler verschwunden ist. Schlupfwespen überwintern auch nicht. Darum muss die Maßnahme jedes Jahr aufs Neue durchgeführt werden. 

Handelt es sich bei dieser Form des Pflanzenschutzes um eine neuartige Methode?
Im Grunde nein. Biologischer Pflanzenschutz gegen den Maiszünsler war schon in Vor-Drohnen-Zeiten möglich. Dafür musste der Landwirt durch sein Feld laufen und alle 10 Meter eine Karte mit Schlupfwespeneiern aufhängen. Abgesehen davon, dass es ziemlich zeitaufwändig ist, ein ganzes Feld zu durchlaufen, musste der Landwirt wegen der scharfen Kanten der Maisblätter auch mit Schnittwunden im Gesicht rechnen – so hoch oder höher ist der Mais zur Flugzeit des Maiszünslers. Die Drohne ist lediglich ein einfacheres Hilfsmittel, um die Eier zielgerichtet auszubringen, und wird schon vielerorts zu diesem Zweck eingesetzt.

 

Bildunterschrift:
Im Gemeindegebiet finden demnächst über einzelnen Ackerflächen behördlich genehmigte Drohnenflüge statt. 
© BayWa AG, Abdruck honorarfrei

 
 
 
 
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