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Mit rund zwei Jahren „Verspätung“ konnte am 20.05.2022 endlich der Empfang für das Ehrenamt 2020 im Kurhaus stattfinden. Zahlreiche Ehrenamtliche der Kurstadt waren der Einladung von Oberbürgermeister Sebastian Frei ins Kurhaus gefolgt, um den Ehrungen von Manfred Schädler und Erich Schuh beizuwohnen. Beide sind in den unterschiedlichsten Bereichen schon seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv.

Aufgrund der Corona-Lage hatte der Empfang für das Ehrenamt „erstmals seit es diese Veranstaltung gibt“, mehrmals verschoben werden müssen, blickte OB Sebastian Frei zurück. Auch von den Ehrenamtlichen in den Vereinen erforderten die beiden vergangenen Jahre viel Kreativität und Einsatz, neue Wege mussten beschritten werden. Aber in der Corona-Krise, wie auch seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine, habe sich das Ehrenamt bewährt – schnell und unbürokratisch und mit viel Zeitaufwand haben sich Ehrenamtliche zusammengefunden, um zu helfen.

Einer dieser Helfer ist auch Manfred Schädler. Für sein umfangreiches Engagement wurde er nun mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Bereits seit Mitte der 1980er Jahre engagiert er sich beim TSV Heinsheim, seit 1996 gehört er dem Vorstand an und seit 2012 ist er 2. Vorsitzender des rund 770 Mitglieder zählenden Vereins. Seit der Gründung im Jahr 2012 ist er auch im Vorstand des Freundeskreises ehemalige Synagoge Heinsheim als Kassier und Webmaster tätig. Daneben transportiert er seit 2016 als „Umzugshelfer“ Möbel für die Initiative „Gemeinsam in Bad Rappenau – für und mit Flüchtlingen“, ist seit 2017 als Gästeführer bei der Arbeitsgemeinschaft Gästeführungen aktiv, deren Vorsitzender er seit 2019 ist. Fünf Jahre lang, von 1989 – 94, gehörte er auch dem Gemeinderat der Stadt Bad Rappenau an.

Den ehrenamtlichen Einsatz von Manfred Schädler stellten in persönlichen Reden zwei langjährige Weggefährten vor: Gundi Störner, Vorsitzende des TSV Heinsheim, und Hans-Eckard Bucher, Vorsitzender des Freundeskreises ehemalige Synagoge Heinsheim.

Parallelen zwischen den beiden Geehrten hob Gundi Störner hervor: „Sie betreiben beide mit viel Engagement und Herzblut ihr Ehrenamt, sie investieren viel Freizeit in ihre Aufgabe.“ Wer einem großen Verein vorsteht, übernimmt viel Verantwortung, machte sie deutlich: „Leider wird es immer schwerer, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich einbringen, insbesondere, wenn es darum geht, als Vorstand das Gros der Verantwortung zu übernehmen.“ Seit 1992 gehören Gundi Störner und Manfred Schädler in verschiedenen Positionen gemeinsam dem Vorstand des TSV Heinsheim an. Einige Höhen und Tiefen haben sie gemeinsam erlebt, wie die vielen Verhandlungen und schließlich den Neubau der Josef-Müller-Halle 1999 – 2001 oder das 100-jährige Vereinsjubiläum 2011.

Seit 2012 ist Hans-Eckard Bucher gemeinsam mit Manfred Schädler ehrenamtlich aktiv – in diesem Jahr wurde der Freundeskreis ehemalige Synagoge Heinsheim gegründet. Unzählige gemeinsame Arbeitseinsätze folgten, bis das 2013 vom Verein erworbene Gebäude renoviert und im Herbst 2021 feierlich eingeweiht werden konnte. „Sein Sachverstand und sein Gespür für das Machbare waren hier sehr gefragt“, betonte Bucher. Auch bei der Erschließung neuer Finanzierungsquellen konnte Manfred Schädler mit seinen guten Kontakten helfen.

Seit vielen Jahrzehnten ist auch Erich Schuh in der Kurstadt und über ihre Grenzen hinaus ehrenamtlich aktiv. Seine Verdienste wurden nun mit der Ehrenmedaille der Stadt Bad Rappenau in Silber gewürdigt. Bereits als Jugendlicher war er aktiv in der christlichen Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Rappenau. Später wurde er Leiter der Landeskirchlichen Gemeinschaft und Gemeindeversammlungsleiter in der Evangelischen Kirchengemeinde, wo er auch als autodidaktischer Prediger tätig ist. Seit 2003 gehört er zum Vorstand des Heimat- und Museumsvereins Bad Rappenau, ist aktiv bei der Betreuung der beiden örtlichen Museen, bei Führungen und Vorträgen und natürlich als Autor und Redakteur des Bad Rappenauer Heimatboten. Auch im Berufsleben hatte der Friseurmeister zahlreiche Ehrenämter inne, so war er mehr als 20 Jahre lang Obermeister der Friseurinnung Sinsheim-Kraichgau und Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Auch im Vorstand von „Handwerk und Kirche“ bei der Evangelischen Kirche Deutschlands und als Leiter der bundesweiten christlichen Berufsgruppe „Christ und Friseur“ ist er aktiv.

Einen persönlichen Rückblick auf das Leben von Erich Schuh warf Wolfgang Franke, langjähriger Schriftführer im Heimat- und Museumsverein: Durch den Umzug in die Kurstadt in jungen Jahren „konnte sich Erich als Rappenauer, ja als Badener, entwickeln“, hob er hervor. Und dadurch seit mehr als 20 Jahren „einer der wichtigsten Motoren oder besser noch das Steuerrad“ des Heimat- und Museumsvereins werden. Der beliebte Museumsbesen oder die Wiederbelebung des „Soleworschtfestes“ im Salinenpark gehen auf Ideen von Erich Schuh zurück. Mit den Vorbereitungen für das Jubiläum „200 Jahre Soleförderung“ im Herbst 2022 stehen weitere wichtige Aufgaben für den Verein auf dem Programm.

Bis weit in seine Kindheit zurück reicht auch das Interesse von Erich Schuh am christlichen Glauben und der Teilnahme an den Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Rappenau, das machte Pfarrer Joachim Bollow deutlich. Er fasste das langjährige, umfangreiche Wirken von Erich Schuh in der Kirchengemeinde zusammen: Mitglied im Jugendbund EC (Entschieden für Christus), Leiter von Jungschar, Teenie-Kries und Jugendbund, Predigtdienste und Leitung von Freizeiten sind dabei nur einige Stichpunkte. „Mit dem Ruhestand, in den er allerdings nicht wirklich eingetreten ist, bringt er sich verstärkt in seiner Kirchengemeine ein“, so Joachim Bollow: Leiter der Liebenzeller Gemeinschaft, Gemeindeversammlungsleiter und Bezirkssynodaler kamen als Ämter hinzu. Mit „kreativen Gottesdiensten“ bringt er sich zudem während der Urlaubszeiten des Pfarrers ein.

Nach dieser beeindruckenden Darstellung der ehrenamtlichen Leistungen konnte Oberbürgermeister Sebastian Frei unter dem Applaus der Anwesenden Manfred Schädler die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ans Revers heften und Erich Schuh die Silberne Ehrenmedaille der Stadt Bad Rappenau überreichen.

Der TSV Heinsheim nutzte den Anlass zu einer bereits seit langem geplanten, vereinsinternen Ehrung für Manfred Schädler: Unter dem Beifall der Anwesenden ernannte TSV-Vorsitzende Gundi Störner ihn zum Ehrenmitglied des Vereins.

Dass nicht nur das Interesse am christlichen Glauben, sondern auch das für die Heimatgeschichte bei ihm weit in die Vergangenheit zurückreicht, machte Erich Schuh in seinen Dankesworten deutlich. Mitgebracht hatte er ein kleines Heft, in das er in der 4. Klasse fein säuberlich die Geschichte Bad Rappenaus in Text und Bild notiert hatte – eine Schulaufgabe, die er überaus gewissenhaft erfüllt hatte.

Manfred Schädler verwies darauf, dass ein Ehrenamt nicht nur Zeit brauche und Aufwand bedeute, sondern auf der anderen Seite auch Menschen einander näherbringt „Hier werden Freundschaften geschlossen mit Menschen, die man sonst vielleicht nicht kennen gelernt hätte.“

Für einen schwungvollen musikalischen Rahmen sorgte die Stadtkapelle Bad Rappenau unter der Leitung von Isabel Gonzélez Villar, die am Ende mit den traditionellen Klängen des „Badner Liedes“ zum gemütlichen Teil des Abends überleitete. Beim anschließenden Stehempfang im Foyer des Kurhauses und auf der Terrasse freuten sich die Gäste über den endlich wieder möglichen, persönlichen Austausch.

Hier einige Bilder von der Veranstaltung (alle Aufnahmen: Uwe Grün. Kraichgaufoto)

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