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Mit dem ältesten Marktrecht der Stadt Bad Rappenau kann der kleinste Ortsteil, Wollenberg, aufwarten. Die Tradition des Marktes lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Rasch erreichte der Markt eine Bedeutung, die weit über die des kleinen Ortes hinaus reichte. Auch heute noch kommen Mitte Juli die Besucher von überall her ins idyllische Wollenbachtal, um über den Markt zu bummeln, an den Marktständen einzukaufen und das kulinarische Angebot zu genießen. Auch dieses Jahr bieten wieder zahlreiche Händler ihre Waren an.

In diesem Jahr beginnt der Jakobimarkt am Sonntag, dem 23.07., um 11:00 Uhr. Ab 13:00 Uhr sorgen die Schüler der örtlichen Musikschule doremi für ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Am Nachmittag gibt es von 15:00 – 17:00 Uhr wieder das beliebte Platzkonzert mit den Grombacher Schlossbergmusikanten. Die Freiwillige Feuerwehr Wollenberg sorgt wieder mit dem beliebten Mittagstisch und Grillspezialitäten fürs leibliche Wohl und bietet am Nachmittag natürlich auch Kaffee und Kuchen an. Für die kleinen Gäste gibt es in diesem Jahr von 12:30 – 17:30 Uhr interessante, neue Attraktionen und Mitmachangebote. Außerdem erwarten auch einige neue Marktstände die Besucher.

Auftaktveranstaltung am Samstag, 22.07.2017:
Zusätzlich gibt es in diesem Jahr eine Auftaktveranstaltung am Samstag, dem 22.07.2017, ab 18:00 Uhr in der alten Kelter. Hier wird der Film „1200 Jahre Wollenberg“, der anlässlich des Ortsjubiläums im Jahr 1992 gedreht wurde, gezeigt. Die freiwillige Feuerwehr, Abt. Wollenberg, sorgt für die Bewirtung.

Hintergrund: Zur Geschichte des Jakobimarktes
Dieser Jahrmarkt existierte bereits vor 1700. Man hielt ihn am 25. Juli ab und er galt bis weit ins 18. Jahrhundert als einer der bedeutendsten Märkte in unserer Gegend. Er war damals ohne jegliche Konkurrenz, keine Gemeinde in der unmittelbaren Nachbarschaft hatte an diesem Tag einen eigenen Festtermin.

„Jakobi“ war ein Feiertag und er war auch wegen der bevorstehenden Ernte bei der Landbevölkerung sehr beliebt. Für Wollenberg bedeutete es eine Zäsur, als „Jakobi“ kein Feiertag mehr war und die Deutschordensstadt Gundelsheim ab 1789 einen eigenen Jakobimarkt abhielt. Von nun an sanken die Besucherzahlen drastisch und die Gemeinde sah sich gezwungen, einen Ersatztermin für diese Veranstaltung zu suchen. Man beantragte bei der Grundherrschaft fortan dieses Fest am 25. Juni, Johannis, abhalten zu dürfen. Dieser Zeitpunkt erwies sich allerdings als ein Fehlgriff und folglich beantragte man erneut einen anderen Termin und zwar auf den Sonntag nach „Jakobi.“

Von nun an fand dieses für Wollenberg wichtige Fest regelmäßig an diesem Tage statt. Allerdings verbot die Verwaltung des Großherzogtums Baden im Jahr 1805 sämtliche Sonntagsmärkte. Für die Gemeinde war dies sehr schwerwiegend. Trotz vieler Interventionen und Eingaben konnte sich Wollenberg nicht durchsetzen und eine Ausnahmeregelung erreichen.

Als Ausweichtermin nahm man nun den Montag vor Jakobi, der allerdings nicht wirklich akzeptiert wurde. Die Gemeinde mühte sich sehr lange redlich das Fest an dem traditionellen Tag veranstalten zu dürfen. Die Hartnäckigkeit wurde dann 1873 belohnt. Die Verwaltung erlaubte, den Markt wieder am überlieferten Zeitpunkt durchführen zu dürfen. Er wird bis auf wenige Ausnahmen bis zum heutigen Tage abgehalten und stellt den bedeutendsten Markt im Wollenbachtal dar.