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Im Zeitplan sind die Sanierungsarbeiten am Kombibecken 1 auf der Kläranlage in Bonfeld. Das Becken mit einem Außendurchmesser von 28,8 m und einem Nutzvolumen von 1.800 m³, das bereits seit über 40 Jahren durchgängig, d.h. 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, in Betrieb ist, wurde noch von der damals selbständigen Gemeinde Bonfeld gebaut.

Neben der bautechnischen Sanierung wird die komplette maschinentechnische Ausrüstung erneuert. Der beschädigte Beton wird teilweise abgetragen, reprofiliert und beschichtet. Die Außenwand des Beckens wird gegenüber dem bisherigen Zustand um 1,10 m erhöht, was der Unfallverhütung geschuldet ist und für die drei beschäftigten Klärwärter eine erhöhte Sicherheit bedeutet. Die Arbeit an dem Becken war bisher gefährlich, da der Rand nur 10 cm über dem Boden war. „Wenn man im Vorbeilaufen in die Turbulenzen schaut, kann es einem schwindelig werden. Bei einem Sturz in das Becken besteht Lebensgefahr, da es eine Wassertiefe von 3 m hat und man aufgrund der Belüftung und der Turbulenzen unter Wasser die Orientierung verliert“ weiß Klärwerter Gerd Schleyer, der seit mittlerweile 30 Jahren für die Bad Rappenauer Kläranlagen in Bonfeld und im Fünfmühlental sowie das Pumpwerk in Heinsheim und verschiedene Regenüberlaufbecken verantwortlich ist.

Die jetzige Maßnahme ist die zweite größere auf der Bonfelder Anlage, nach der großen Erweiterung und Sanierung in den Jahren 2000-2002. Damals wurde bis auf das jetzt zu sanierende Becken bereits alles auf den neuesten Stand gebracht. Vor rund einem Jahr wurde auch geprüft, ob ein Anschluss an die Kläranlage Heilbronn erfolgen soll. Dies wäre allerdings wesentlich teurer geworden als die jetzige Sanierung, da Teile der Kläranlage auch bei einem Anschluss in Betrieb geblieben wären und ein kompletter Rückbau nicht möglich gewesen wäre.

Die Baukosten für die Sanierungsarbeiten am Kombibecken 1 belaufen sich auf rund 1,43 Mio. € für die bauliche Sanierung, hinzu kommen noch Nebenkosten, so dass sich die Gesamtkosten für die Maßnahme auf rund 1,75 Mio. € belaufen. Mit der Planung und Bauleitung ist das Ingenieurbüro Weber mit Sitz in Pforzheim und einer Niederlassung in Heilbronn betraut.

Die Sanierungsarbeiten laufen seit Februar 2017 und befinden sich im Zeitplan, so dass mit einer Inbetriebnahme für Mitte Dezember gerechnet wird. Zuerst wurde die sogenannte „Grundwasserhaltung“ durchgeführt. Das bedeutet, dass das Grundwasser, das sich unter dem Kombibecken befindet, rund um die Uhr abgeleitet werden muss. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass das nun leere und damit viel leichtere Becken vom Grundwasser nach oben gedrückt würde. Aktuell werden die Schalungen gefertigt, in die der Beton für die neue Außenwand gegossen wird. Vorher wird auf die Schalungen noch eine wasserabweisende Schicht aufgebraucht, damit der Beton später widerstandsfähiger gegen das Abwasser ist (s. Bild).

0925 KLA Bonfeld1

Während der Sanierung läuft der Klärbetrieb auf den anderen Teilen weiter. Bisher wurden in dem alten Becken 1/3 und in dem neuen Becken 2/3 des ankommenden Abwassers gereinigt. Mit dem jetzigen Sonderbetrieb läuft alles über das neue Becken. Für den Sonderbetrieb war eine Genehmigung durch das Landratsamt notwendig, da sich die Ablaufwerte verschlechtern können. Die Sondergenehmigung erlaubt einen Stickstoffeintrag von bis zu 50 Milligramm pro Liter (mg/l). „Bei einem Normalbetrieb beträgt der Eintrag 12 mg/l, aktuell beläuft sich der Eintrag auf 15-16 mg/l. Durch die leicht erhöhten Werte besteht keine Gefahr für die Gewässer“, so Gerd Schleyer, für den der Sonderbetrieb dennoch eine Herausforderung darstellt, da alles anders geregelt werden muss als beim Normalbetrieb. Ein Glück, wenn man da aus einem so reichen Erfahrungsschatz schöpfen kann, wie Gerd Schleyer: „Die Biologie darf belastet, aber nicht geschädigt werden, den Mikroorganismen muss es gut gehen. Auch die Wechselwirkungen müssen beachtet werden, alles ist auch immer wetterabhängig“.