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Spatenstich in der Brunnenstraße

Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Johannes-Diakonie Mosbach zum offiziellen Startschuss für das neue Wohnprojekt für behinderte Menschen in Bad Rappenau gefolgt. Während auf dem Grundstück in der Brunnenstraße der Bau schon vorangeschritten ist und die Umrisse der künftigen Gebäude bereits zu erkennen sind, schritten Vertreter der Diakonie, der beteiligten Firmen, des Planungsbüros, des Landratsamtes und der Stadtverwaltung am 11.07.2017 zum symbolischen 1. Spatenstich.

Zwei Gebäude sollen in den nächsten Monaten in der Brunnenstraße entstehen: Zum einen ein zweigeschossiges Wohnheim für 24 Erwachsene mit leichter oder mittlerer Behinderung. Sie wohnen hier in vier Gruppen mit jeweils sechs Bewohnern. In einem eingeschossigen Gebäude für die Tagesstruktur sollen Räume zur Betreuung von 18 behinderten Menschen geschaffen werden. Die geplanten Baukosten liegen bei 4,6 Mio. Euro. Zum Herbst 2018 sollen die Bewohner nach Bad Rappenau umziehen können.

Mit einem geistlichen Wort von Daniel Fritsch, Bezirksdiakoniepfarrer im Kirchenbezirk Kraichgau, und Richard Lallathin, Pfarrer der Johannes-Diakonie Mosbach, begann die Veranstaltung. „Hier geht es um Inklusion“, so Pfarrer Daniel Fritsch, „und Inklusion bedeutet eine Haltungsänderung – jeder Mensch soll am gesellschaftlichen Leben voll teilnehmen können.“ Diese Haltung war vor 138 Jahren noch eine ganz andere, als die Johannes-Diakonie als erste Einrichtung für Behinderte im Großherzogtum Baden gegründet wurde. Aus dem Gründungsaufruf der Einrichtung, die sich um „Arme und Bemitleidenswerte“ kümmern wollte, zitiere Pfarrer Lallathin und unterstrich: „Aber ohne die Gründer von damals stünden wir heute nicht hier.“

„Der Spatenstich heute stellt einen Meilenstein für uns dar“, hob Dr. Hanns-Lothar Förschler, der Vorstandsvorsitzende der Johannes-Diakonie Mosbach hervor. „Für unsere Einrichtungen brauchen wir eine Umgebung, die uns mit offenen Armen empfängt. Hier in Bad Rappenau war das von Anfang an der Fall.“ Er dankte allen Beteiligten, die an der Realisierung des Projekts mitgewirkt haben.

OB Hans Heribert Blättgen gab zu, dass er nicht von Anfang an vorbehaltlos hinter dem Projekt stand: „Als ich zum 1. Mal vor vier Jahren darauf angesprochen wurde, habe ich schon eine gewisse Schonhaltung eingenommen“, bekannte er. Als aber 2014 die Gespräche konkret wurden und Besichtigungen der bestehenden Einrichtungen der Johannes-Diakonie folgten, änderte sich diese Einstellung. „Wir waren begeistert, was die Diakonie hier leistet. Auch die Diskussion im Gemeinderat war problemlos – es gab nicht ein negatives Wort zu dem Thema.“ Nun soll auch die Einrichtung in Bad Rappenau dazu beitragen, dass das Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten zur Normalität wird.

Dieses Zusammenwirken kam schon in den Planungen zum Tragen, erinnerte sich Prof. Dr.-Ing. Klaus Rückert vom beauftragten Planungsbüro: „Bei den Planungen waren auch die Mitarbeiter, die Bewohner und ihre Familien mit einbezogen.“ Er hob hervor, dass der Bau sowohl im Zeit- wie auch im Kostenplan liegt.

„2015 haben wir die Bewohner gefragt, wer sich vorstellen kann, hierher zu ziehen“, blickte Yvonne Jelinek von der regionalen Geschäftsführung Rhein-Neckar der Johannes-Diakonie zurück. Mittlerweile sei das Interesse groß und erste Besuche  Bad Rappenau fanden statt, wie zum Beispiel beim Neujahrkonzert im Kurhaus, an dem Bewohner der Johannes-Diakonie als Ehrengäste teilnehmen durften.

Bevor die Beteiligten zum Spaten griffen, wünschte Helmut Müllner, der Vorsitzende des Bewohnerbeirats in Mosbach, dem Projekt einen guten Start und vor allem eine unfallfreie Baustelle.

Hintergrund:
Die Johannes-Diakonie betreut Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen und bietet in Baden-Württemberg insgesamt 1.750 Wohnplätze und 2.200 Werkstattplätze an. 1.550 Wohnplätze befinden sich im Neckar-Odenwald-Kreis v.a. in Mosbach und Schwarzach. Aufgrund von geänderten gesetzlichen Vorgaben müssen die großen Wohneinheiten nun bis 2035 aufgelöst und in kleinere Einheiten umgewandelt werden. Dabei ist u.a. auf die Nähe zum Herkunftsort der Bewohner zu achten. 300 Bewohner sollen dabei bis zum Jahr 2020 in die Nähe ihrer Heimatorte umziehen und die entsprechenden Heimplätze für sie geschaffen werden.