Im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung wurde Oberbürgermeister Sebastian Frei am 04.02.2026 für seine zweite Amtszeit verpflichtet. Zahlreiche Gäste und Interessierte waren zu der feierlichen Verpflichtung ins Rathaus Bad Rappenau gekommen.
OB-Stellvertreter Timo Reinhardt blickte in seiner Begrüßung auf verschiedene große Projekte und Aufgaben zurück, die in der ersten Amtszeit von Sebastian Frei bearbeitet wurden: der weitere Ausbau der Kinderbetreuung und die Sanierung der Schulen, die Erschließung von Baugebieten und die Ansiedelung von Ärzten und schließlich der Abbruch und Neubau des RappSoDie, mit dem mittlerweile begonnen wurde. „Ein Bürgermeister ist immer im Einsatz und große Aufgaben liegen noch vor Ihnen“, so Reinhardt weiter.
Die offizielle Vereidigung und Verpflichtung von Sebastian Frei für seine zweite Amtszeit übernahm OB-Stellvertreterin Gundi Störner. Sie war im Dezember einstimmig vom Gemeinderat für diese Aufgabe gewählt worden. „Es ist eine besondere Aufgabe, die mich stolz macht“, betonte sie. Anschließend verlas sie den Amtseid, den Frei nachsprechen musste, und verpflichtete ihn dann per Handschlag für die kommenden acht Jahre. Symbolisch legte sie ihm auch die Amtskette um: „Die kommt sonst nicht so oft zum Einsatz“, schmunzelte Gundi Störner.
Glückwünsche zur Wiederwahl überbrachte Regierungspräsidentin Susanne Bay vom Regierungspräsidium Stuttgart: „Dieser Moment ist weit mehr als ein formaler Akt, der in einer Stadt alle acht Jahre stattfindet. Er ist Ausdruck gelebter Demokratie und vor allem Ausdruck des großen Vertrauens, das Ihnen die Bürgerinnen und Bürger von Bad Rappenau entgegengebracht haben.“ Gleichzeitig stehe der Tag für Anerkennung und Verantwortung: „Nähe zu den Menschen, Verlässlichkeit im Handeln und den Mut, auch in schwierigen Zeiten Entscheidungen zu treffen“, nannte Bay als Anforderungen an ein Stadtoberhaupt. In einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Gräber vertiefen und der Ton in öffentlichen Debatten immer rauer werde, brauche es Persönlichkeiten wie OB Sebastian Frei, „die Menschen zusammenbringen“.
Für den Landkreis Heilbronn überbrachte Landrat Norbert Heuser Grüße. Er freute sich, zahlreiche Bürgermeister aus dem Landkreis, aber auch aus dem benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis und dem Rhein-Neckar-Kreis begrüßen zu können. Er betonte, dass es nicht selbstverständlich sei, dass sich jemand findet, der für die 23.000 Einwohner einer Stadt Verantwortung übernehmen wolle. So fänden sich in einigen Orten gar keine Bewerber mehr um das Bürgermeisteramt. Als Präsent für die 2. Amtszeit überbrachte er einen Kompass, der bei der richtigen Orientierung hilft.
Der Kirchardter Bürgermeister Gerd Kreiter sprach im Namen des Kreisverbandes Heilbronn des Gemeindetages, der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit Siegelsbach und Kirchardt sowie für den Sprengel Neckar / Kocher / Jagst. Er stellte sein Grußwort unter ein Motto des amerikanischen Automobil-Pioniers Henry Ford:
„Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Schließlich arbeiten die Gemeinden in zahlreichen Gebieten zusammen und können dadurch mehr für ihre Bürger erreichen: Hochwasserschutz, Gutachterausschuss, Feuerwehrwesen, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Volkshochschule, Musikschule, Standesamtswesen und viele weitere zählte Kreiter auf: „Aber die Zusammenarbeit lebt nicht von den Strukturen allein, sondern von den handelnden Personen“. Als symbolisches Geschenk überbrachte Gerd Kreiter ein Seil – was auf den ersten Blick skurril wirkte, erklärte er so: „Das ist der Strang, an dem wir als Kommunen gemeinsam ziehen müssen, um die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen. Aber auch innerhalb der Kommune müssen alle an einem Strang ziehen. Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft.“
Für die Evangelische und Katholische Kirchengemeinde überbrachten Pfarrerin Joanna Notheis und Pfarrer Lukas Biermayer einen Gruß und sprachen ein Segensgebet für Kraft, Mut und Weisheit. „Das ist mehr als ein Wahlsieg, das ist ein Vertrauensbeweis“, sagte Notheis. Sie lobte den guten Austausch zwischen der Stadtverwaltung und den Kirchengemeinden, beide hätten ähnliche Ziele: Sie wollen das Leben der Menschen verbessern.
Auch der Landtagsabgeordnete Michael Preusch war eigens von der Plenarsitzung in Stuttgart angereist, um seinem Mitstreiter im Kreistag zur zweiten Amtszeit zu gratulieren. „Die Wiederwahl ist nicht nur ein Beleg für das Engagement in der Stadt, sondern auch im Kreistag und für die Gesundheitsversorgung vor Ort und ind er Region“, zeigte er sich überzeugt.
In seinem Schlusswort zeigte OB Sebastian Frei sich dankbar für das in ihn gesetzte Vertrauen. „Aber es erfüllt mich auch mit Demut vor dem, was vor uns liegt.“ Er dankte den Bürgern für ihr Vertrauen, dem Gemeinderat und den Mitarbeitern aller städtischen Einrichtungen für die gute Zusammenarbeit und auch all den anderen gesellschaftlichen Akteuren.
Trotz aller Schwierigkeiten, mit denen Bürgermeister aktuell zu kämpfen haben, hob er die zahlreichen positiven Seiten seines Amtes hervor: „Es ist schön, OB in Bad Rappenau zu sein, das ist ein toller Job. Man kann das Lebensumfeld von 23.000 Menschen gestalten.“ Darüber hinaus lobte er die „tiefe Integration und Vernetzung mit allen Akteuren einer Stadtgesellschaft“. Im Austausch mit ihnen dürfe man viele tolle Dinge erleben – auch manche Überraschung. „Diese Akteure machen Bad Rappenau lebenswert – auch bei knappen Kassen“, so Frei.
Der offizielle Teil wurde schwungvoll musikalisch mit Popsongs umrahmt von Jan Michael Vajs (Violine) und Ben Wormser (E-Gitarre).
Im Anschluss an die Verpflichtung gab es einen Stehempfang im Foyer, wo die Gäste in guter Stimmung noch lange verweilten. Dazu trug sicher auch die gute Bewirtung durch Kay Nekolny und die musikalische Umrahmung durch den Musikverein Grombach bei. Hier konnte OB Frei auch sein Talent als Dirigent unter Beweis stellen und mit großem Engagement das Badner Lied dirigieren und singen.