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Kontaktdaten
Kulturhaus "Forum Fränkischer Hof"
Heinsheimer Straße 16
74906 Bad Rappenau

Angebote im Kulturhaus "Forum Fränkischer Hof"
Im 1989 eröffneten Kulturhaus der Stadt Bad Rappenau sind die Stadt- und Kurbücherei, das Museum mit Wechselausstellungsraum, die Volkshochschule und die Musikschule Unterer Neckar untergebracht. Weitere Informationen zu diesen Einrichtungen finden Sie in den gleichnamigen Menüpunkten in den Rubriken "Kultur" bzw. "Bildung und Betreuung". Auch die Stadtkapelle Bad Rappenau hat hier ihre Proberäume.

Geschichte des Kulturhauses "Forum Fränkischer Hof"
FFH MuseumsbesenDas Kulturhaus ist aus der Sanierung eines 1986 von der Stadt erworbenen und vom Verfall bedrohten historischen Anwesens hervorgegangen. Von der Gehöftform her haben wir es hier - im siedlungsgeschichtlichen Sprachgebrauch - mit einem Mehrbauhof fränkischen Typs zu tun. Im Gegensatz zu dem in unserem Gebiet weit verbreiteten Einheitshof, wo Wohn- und Wirtschaftsgebäude unter einem Dach - lediglich durch Wände voneinander getrennt - liegen, ist für den Mehrbauhof die räumliche Trennung des Wohnhauses von allen Wirtschaftsgebäuden kennzeichnend.

In unserem Fall gruppieren sich die einzelnen selbständigen Gebäude wie Wohnhaus, Scheune, Schweineställe und Holzremise auf drei Seiten um eine rechteckige Hoffläche. Das ergibt in der Anlage die Form eines Dreiseithofs, der zur Straße mit einer Mauer und einem Tor abgeschlossen war.

Oberstes Gebot während der Sanierungsarbeiten war, den ursprünglichen Charakter dieses Biedermeiergehöfts zu erhalten und das Ensemble einfühlsam und zurückhaltend zu ergänzen. Wohnhaus und Scheune sind zweigeschossige Massivbauten, die fast gleichzeitig entstanden sind. Beeindruckend ist vor allem die Scheune mit den beiden bogenförmigen Torflügeln in der Mitte der Hofseite. Dadurch hebt sich dieses Gebäude von den übrigen Scheunen der Zeit deutlich ab. Darüber hinaus ist es für einen landwirtschaftlichen Zweckbau in einer sehr aufwendigen Bauweise (Sandsteinmauerwerk) gebaut worden.

Hof des KulturhausesEine genaue Datierung ermöglichen die über der Eingangstür des Wohnhauses bzw. am mittleren Pfeiler zwischen den beiden aus Schilfsandstein gefertigten Bögen der Toröffnungen des Scheunengebäudes eingemeißelten Jahreszahlen 1842 und 1849. Die Initialen C.S. und M. S., die die Jahreszahl 1842 am Wohnhaus einrahmen, erinnern an die Erbauer des Anwesens: Christian Schmutz und Magdalena Schmutz. Die Erbauer des Anwesens waren Mennoniten.

Der unverheiratet gebliebene Christian Schmutz war langjähriger Pächter des Gemmingenschen Herrschaftsgutes in Bad Rappenau. Er war gleichzeitig Ältester und Prediger der Mennonitengemeinde im Ort. Magdalena geb. Kaufmann, war seit 1823 mit dem Gutspächter Philipp Schmutz, dem Vater von Christian Schmutz, verheiratet, da dessen erste Frau ein Jahr zuvor im Alter von nur 45 Jahren gestorben war. Dieser zweiten Ehe entsprossen sechs Kinder, von denen lediglich zwei, nämlich David und Katharina, das Erwachsenenalter erreichten. An sie ging das Anwesen nach dem Tod von Christian Schmutz 1873 durch Schenkung über.

1886 kaufte dann Lena Herbst, geb. Stein, Witwe des Rappenauer Kaufmanns Isak Herbst, das Anwesen, das sie als Kapitalanlage nutzte. Der Kaufpreis lag bei 14.000 DM. Aber schon drei Jahre danach, 1889, verkaufte Lena Herbst das Anwesen an den Rappenauer Landwirt Martin Söhner, ebenfalls für 14.000 DM. Das Anwesen blieb bis 1986 im Besitz der Familie Söhner. Damals wurde es dann von der Stadt Bad Rappenau erworben, die es in der Folgezeit zum städtischen Kulturhaus umbauen ließ.